So ausgelassen feiert die Narrenzunft ihren Zunftball mit 450 Besuchern in der Stadthalle. Bürgermeister Haas muss sein Fasnets-Wissen beweisen.
Das Hüfinger Zunftballmotto lautete in Anspielung der neuen innerstädtischen 30er-Zone zwar „Langsamfahri“, aber das Programm, das die Zunft am Samstagabend in der Festhalle auf die Beine stellte, war alles andere als eine langsame Safari. Die Gäste erlebten ein gelungenes „Vollgas“-Programm mit amüsanten Wort-, Tanz- und Musikbeiträgen.
Mehr als 130 Mitwirkende
Über 130 Akteure boten auf der Bühne in Hüfingens Stadthalle ein kunterbuntes, rund dreistündiges Programm, das bei den über 450 Narren im Saal gut ankam. Ihre Zunftballpremiere feierte am Samstagabend das Musiker-Duo „Inge und Borg“, alias Frantz Meckes und Tobias Hauschel aus Hausen vor Wald. Ihr Auftritt „Untersetzt ist übertrieben“ wurde mit tosendem Applaus vom närrischen Publikum gefeiert.
Moderiert wurde der Abend von den beiden „Schulkindern“ Susi Freitag und Nicole Mühling, die nicht nur die Programmnummern ansagten, sondern auch ganz persönlich mit musikalischen Einlagen glänzten. Die beiden verschonten dabei auch nicht Hüfingens Bürgermeister Patrick Haas und testeten auf der Bühne das Fasnetswissen des neuen Stadtoberhaupts. Zwar zeigte sich Patrick Haas, was das närrische Allgemeinwissen angeht, noch alles andere als sattelfest und musste mehrfach die Hilfe des Publikums in Anspruch nehmen. Am Ende wird ihm aber „mit zugekniffenen Augen“ attestiert, dass er zumindest die ganz groben Grundzüge schon wisse.
Jedes Jahr beeindruckend, zeigte sich auch bei der diesjährigen Ausgabe des Zunftballs der Auftakt der Veranstaltung, als alle Hüfinger Fasnetsfiguren mit „Narri-Narro“-Rufen und unter den Klängen des Narrenmarsches kunterbunt wuselnd in die Halle einmarschierten. Erfreulich kurzweilig gestaltete sich der offizielle Teil zu Programmbeginn, an dem Zunftmeister Christoph Köhler drei neue Narren-Häser vorstellte und zwei Narrenräte offiziell verpflichtete.
Bei „Baptistles Bart“ schworen die neuen Narrenräte Lukas Kistner und Michael Scherzinger, dass sie „Weib, Haus und Hof verlassen, wenn immer die Narrenzunft ruft“. Klar, dass die beiden Neulinge auch ordentliche „greicht“ (geräuchert) wurden und obendrein einen dreifachen Klaps mit der Narrenpritsche auf den Allerwertesten erhielten.
Als tanzende Kommissarinnen im Einsatz präsentierten sich die Behlaer Tänzerinnen „Gallinas Iocas“, die von den Zuschauern viel Applaus für ihre Vorführung ernteten. Die Missgeschicke, die sich so manch ein Hüfinger im vergangenen Jahr erlaubt hat, beleuchteten Kurt und Heidi Mayer-Löhr mit ihrer Auto-Stadtsafari durch die neue 30er-Zone. In „Irischem Zauber“ mit roter Perücke und grünen Röckchen präsentierten sich die „Närrischen Tanzweiber“ (Zunftmeisterfrauen) auf der Bühne, während Doris Schafbuch als singendes und glückseliges Gretle mit ihren zwei tanzenden Hansel, Christof Faller und Daniel Bucher, für Stimmung im Saal sorgte.
In typisch rot-weißen Karnevals-Röckchen traten die zwölf jungen Garde-Tänzerinnen der Narrenzunft Brigachtal auf, während die Hüfinger Scheeremanne mit ihrer eigenwilligen Wirtschafts-Safari im Gasthaus „Krokodil“ die Hintergründe zu den verschiedenen Hüfinger Fasnetsfiguren neu interpretierten. Als kleiner Rate-Wettstreit zwischen einem Scheeremanne- und Schächerkatzen-Team inszenierte die Stadtmusik ihren Auftritt, bei dem es bekannte Musikstücke schnellstmöglich zu erkennen galt.
Den glänzenden Schluss- und optischen Höhepunkt des Abends setzte schließlich das Zunftballett. Die zehn Tänzerinnen begeisterten die Ballgäste als Cowgirls in rosa Röckchen. Traditionell schloss das Programm des Zunftballs auch im Jahr 2025 schließlich mit Hüfingens Narrenhymne, dem „Dante-Mine-Lied“, bei dem sich die Gäste im Saal zum Schunkeln munter beim Nachbarn einhaken.
Das neue Häs
Siireschalm und Hansel
Vorgestellt wurde beim Ball ein neues Siireschalm-Häs, das künftig Birgitt Kuttruff-Soffel trägt und welches von Walter Fleischer mit Arzneipflanzen bemalt wurde. Ebenfalls von Fleischer gestaltet ist auch ein neuer Hansel für Michael Kaiser. Der zweite neu vorgestellte Hansel von Joachim Seger wurde von seiner Frau Annette gemalt.