Die fröhlichen Bienen erfreuen ihre Zuschauer beim Zunftball im Siedersaal in Bad Dürrheim. Foto: Ursula Kaletta

Wenn es im Siedersaal so richtig brodelt und sich beste Stimmung ausbreitet, dann hat die Bad Dürrheimer Fasnet ihren Höhepunkt erreicht. Mit einem abwechslungsreichen Programm präsentierte die Narrenzunft ihren großen Zunftball.

Das Publikum war begeistert über die spritzigen Beiträge, die einfallsreich, humorvoll, frech und auch kritisch auf der Bühne geboten wurden.

„Es ist eine große Freude, euch hier zu begrüßen“, sagte Zunftmeister Volker Martin, nachdem der Abend fetzig vom Fanfarenzug eröffnet wurde.

Bevor es weiter ging, führte der Zunftmeister mit seinem Vize Luzian Götz eine spaßige Sicherheitsunterweisung ein, damit das närrische Volk für alle Fälle wusste, wie es sich zu verhalten hatte. Beachtet werden musste unter anderem der Datenschutz, das Persönlichkeitsrecht sowie der Hygieneschutz.

Biene Maja hüpft über die Bühnenbretter

Unterdessen wartete ein großer Biene-Maja-Schwarm auf einen Auftritt. Einstudiert von Diana Stier hüpften und tanzten die kleinen Mädchen und Jungen in ihrem gelb-schwarzen Kostüm fröhlich winkend über die Bühnenbretter.

Etwas ganz besonderes hatten die Sieder unter der Leitung von Anja Bucher einstudiert. „Die helle Seite der Feuerwehr“ lautete der Titel der Gemeinschaftsproduktion, die für schallendes Gelächter sorgte. Hinter einer weißen Wand waren die Schatten zweier Feuerwehrkameraden zu sehen, die sich nicht gerade eiligst zu ihrem Einsatz vorbereiteten.

Wie der Rubel rollt trotz Schließung der Therme

Das Thema „Solemar“ wurde immer wieder aufgegriffen. „SOS Safe our Solemar“ hieß der Beitrag der Narros. Hier wurde überlegt, wie bei Schließung der Therme dennoch der Rubel in den städtischen Geldbeutel rollen wird. Ein Spielcasino könnte gebaut werden, um aus Bad Dürrheim Las Vegas zu machen. Der dafür benötige Bauplatz wurde auch vorgeschlagen: Der Fußballplatz, denn hier habe man sich zur Auflage gemacht, keinen zu schlagen, also lohne es sich nicht mehr, den Platz halten. Ein Eros-Center lautete ein weiterer Vorschlag, der auch gleich einen Interessenten anlockte. Doch mit Blick auf die hohen Preise wurde auch dieser Vorschlag abgelehnt.

Die blonde Barbie und der smarte Ken

Die blonde Barbie mit ihrem smarten Ken durfte auch nicht fehlen. Zunächst in den Verkaufsverpackungen warteten die schlanken Püppchen auf ihren Ken, der angeberisch mit seinem Geld und seinen unzähligen Luxusautos prahlte, bis sie schließlich schwungvoll miteinander tanzten. Dieser Programmbeitrag kam von den Zunfthakern.

Fasnet isch da“ verkündete singend ein elegantes Paar, das sich Benji und Gnomi nannte. Er im schwarzen Anzug, sie im weißen Pelz, darunter goldglänzendes Oberteil mit kurzem Röckchen. Viele Vorschläge hatten sie, für Dinge, die an den närrischen Tagen erlaubt sind. Frank Bloom und Klaus Rauch waren die Akteure.

Der lebendige Brunnen vor dem Rathaus

Viel Applaus gab es für die aufwendige Darstellung vom „Lebenden Brunnen“ vor dem Rathaus, der mit guter Bezahlung von den Kurgästen genutzt werden kann – ein Ersatz für das Solemar. Was in der Kurstadt im vergangenen Jahr so geschehen ist, hatten die zwölf singenden Herren – die Johlis – beobachtet. Herzhaft wurde über ihr „Friedrichsstraßenlied“ gelacht, sie berichteten über gasgebende Rentner und über neue Mülleimer.

Nach Ägypten führte eine Tanzgruppe – die Damen erst in bescheidenen schwarzen Umhängen, dann verwandelten sie sich in strahlende hübsche Ägypterinnen. Die „Blue Man Gruppe“ des Fanfarenzugs zeigte, wie mit aus Abflussrohren musiziert werden kann.

Die Zunftwieber führten mit viel Witz uns Charme durch das Programm. Zwischen den Programmpunkten spielte das Blasorchester und abschließend die Guggenmusik der Urviecher.

Ehrungen für 25-jährige Mitgliedschaft

Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft wurde den Manfred Eichkorn, Irene und Dieter Graf, Claudia Strohmeier, Simone Knörzer, Karlheinz Mundinger, Diana Vosseler und Melanie Wildgruber mit dem Eselsorden geehrt.