Die Tänzer des Kinder- und Jugendballets heizten im Bärensaal ordentlich ein. Foto: Nathalie Straub

Die Narrenzunft Schramberg schmiedet große Pläne: Beim Zunftball im Bärensaal wird das Krankenhaus zum olympischen Dorf und der Sportplatz auf dem Raustein zum Biathlon-Stadion.

Um die Olympischen Spiele nach Schramberg zu holen, scheute die Narrenzunft keine Kosten und Mühen: In der ganzen Stadt wurden Bauwerke als mögliche Sportstätten vermessen, kontrolliert und notiert. Die olympische Fackel trugen sie den langen Weg aus Athen bis in die Talstadt, wo das olympische Feuer am Restaurant Dolomiti entzündet wurde. Nun fehlte nur noch das Wichtigste – die Athleten!

 

Unter tosendem Applaus begrüßte Tobias Dold die Sportler, die in den Bärensaal einzogen. Skispringer, Biathleten, Bobfahrer, Eiskunstläufer und Curlingspieler eröffneten den Narrenball mit einem fulminanten Wettkampf.

Das Kinder- und Jugendballett brachte die Stimmung mit einem italienischen Medley zum Kochen. In roten Kleidern, Kellner-Uniformen und Kochjacken tanzten sie auf der Bühne durch ein Café in „bella Napoli“. Die Choreografie studierten die Tänzer gemeinsam mit Stefanie Melvin und Stefanie Rauch ein.

Nach einer kurzen Werbepause für „Elfenbert Strauß“ berichtete „Sportreporter“ Hans-Jörg Dierstein live von den Winterspielen in Schramberg. „Auf den Rängen wurd’ gesprungen und immer lauthals mitgesungen. Doch hinterher, das irritierte, man auf ’ne Brezel insistierte.“ Auch Gianni Infantone und Donald Trump bekamen bei der Büttenrede ihr Fett weg.

Applaus für Straußen

Die Elferfrauen ließen dann jegliche Ruhe im Saal verschwinden. Ganz schwarze Outfits, auf denen mit Lichterketten die Konturen von Straußen nachgestellt waren, sorgten schon vor Beginn der Show für tosenden Applaus. Sockenpuppen mit Schnabel dienten als Straußenköpfe, die sich zum Takt der flotten Musik bewegten. Spätestens beim Ausmarsch der bunten Vögel herrschte völlige Party-Stimmung im Bärensaal.

Die „Sprunghafte Nummer“ der SG Schramberg stand ganz im Zeichen der Olympischen Winterspiele in Schramberg. Foto: Nathalie Straub

Diese gute Energie bekam auch eine ganz besondere Bach-Na-Fahrerin zu spüren: Biathletin Janina Hettich, die gerade in Antholz Wettkämpfe bestreitet, bekam einen Videogruß direkt vom Zunftball.

Ann-Kathrin Brantner und Arno Jauch erläuterten in einer passionierten Rede, warum die „Bach-Na-Fahrt“ alle Anforderungen als olympische Disziplin erfüllt. Saubere Technik, ein gelungener Start, der optimale Zieleinlauf sowie das passende Motto zu wählen, wollen immerhin geübt sein. Allerdings stellten die zwei Redner rasch fest: Mit der aktuellen Stadtverwaltung, dem Gemeinderat und der finanziellen Situation könne kein Olympia in Schramberg stattfinden. „Auch hier wird die Entscheidung vertagt, bis keiner mehr fragt.“ Die Lösung steht am Ende fest - der Leistungssport des Bach-Na-Fahrens kann nur in der Fasnetszeit stattfinden, wenn die Narren die Kontrolle haben.

Nach einer Pause, in der die „Saure Kuttla“ mit ihrer Musik zum Tanzen anregten, zeigte die SG Schramberg eine spektakuläre Artistiknummer. Unter der Leitung von Mona Brändle und Katja Loher zeigten die Turner Sprünge, Saltos und Radschläge, die den Atem stocken ließen.

Pressefreiheit wird Thema

Körperlich ruhiger aber emotional aufgeladen ging es mit der „Brunsnummer“ weiter. Als „Schwarzwälder Bote“, „Nrwz“ und das Narrenblättle „Hoorig Katz“ diskutierten die Narren über eingeschränkte Pressefreiheit in den USA, den Schramberger Schandfleck „Dolomiti“ und „die zahllosen Gutachten“. Am Ende stand das Fazit zur Verwaltung: „Der Fisch stinkt am Kopf“.

Das Männerballet war mal wieder einer der Höhepunkte des Abends. Das Publikum forderte erfolgreich eine Zugabe ein. Foto: Nathalie Straub

Kurz vor Schluss brachte das beliebte Männerballet den Bärensaal noch mal zum Toben. In Skianzügen sprangen die Tänzer wie Flummis über die Bühne, feuerten Konfettikanonen ab.

Das große Finale bildete der „Regenschirmtanz“ des Elferrats. In einer beeindruckenden Choreografie öffneten und schlossen die Herren ihre Schirme im schnellen Takt der Musik. Mit diesem Schauspiel, das an sich öffnende Blüten erinnerte, endete das Programm.