Die Bilder zeigen Burgi Benz beim Fußbad im Rathaus als frustrierter Rathauschef, dem die Mitarbeiter davonlaufen. Foto: Heinz Vollmar

„De Narr triebt’s bunt-egal wie’s chunnt“ heißt es beim Zunftabend der Wyhlener Rolli-Dudel.

Wenn sich auf einer Narrenbühne Klamauk, Realität und Poesie paaren, dann ist in Wyhlen Zunftabendzeit. So geschehen am Freitag und Samstag, als die ersten von insgesamt vier Zunftabenden der Narrenzunft Rolli-Dudel Wyhlen für fasnächtliche Hochstimmung sorgten.

 

Von Bravo- und Zugabe-Rufen sowie langanhaltendem Beifall begleitet, präsentierten die Zunftspieler der Narrenzunft Rolli-Dudel Wyhlen eine Vielzahl an Sketchen, die es in sich hatten und das Narrenvolk begeisterten. So bereits zu Beginn des närrischen Treibens im katholischen Gemeindehaus, das einmal mehr voll besetzt war und wo die Besucher eng zusammenrücken mussten, um sich dem Bühnenzauber hingeben zu können.

Unter dem Motto „De Narr triebt’s bunt-egal wie’s chunnt“ war daher bereits der Auftakt der Zunftabendpremiere am Freitag ein pures Erlebnis. Thematisiert wurde dabei sowohl die kleine wie auch die große Politik, persönliche Wehwehchen der Menschen vor Ort und allerlei andere die Menschen beschwerenden Dinge, die mit einer gehörigen närrischen Würze versehen, das Narrenvolk begeisterten.

Eindrücke von den schweizerischen Grenzgängern am Grenzacher Zoll Foto: Heinz Vollmar

„Muesch du als Rentner wotsch bestoh, muesch go schaffe goh“ lautete daher nur eine der vielen Ratschläge des Wyhlener Zunftspieler-Teams, das sich mehr und mehr in gewohnter Perfektion präsentierte und die Besucher in den Bann zog.

Dass dabei auch die „Bürger für Bäume, die allseits bekannten BüfüBäs“ ihr närrisches Fett abbekamen bewies eine der Aussagen der Zunftspieler. Sie fragten sich wer die BüfüBäs eigentlich seien und stellten fest, dass es sich dabei vielleicht sogar um exotische Käfer handeln könnte.

„Burgi Benz“ badet seine Füße

Der Klamauk auf der Narrenbühne setzte sich derweil fort und auch der allseits geschätzte „Burgi Benz“ wurde einmal als zu dominanter Rathauschef, dann wieder als demoralisierter Wächter des Rathauses in Szene gesetzt. Als Gründe dafür machten die Barden des Zunftspieler-Teams die Flucht einiger Mitarbeiter aus dem Rathaus aus, der nur schwer zu begegnen ist, was die Zunftspielerinnen und Zunftspieler wiederum zu Tränen rührte.

Als geradezu brillant wurden die Gesangsnummern bei den Zunftabenden in Wyhlen von den Besuchern bezeichnet. Textlich ging es dabei um eine überbordende Bürokratie und eine Gesetzes-und Verordnungssucht wie auch um die Schönheiten und Annehmlichkeiten von Wyhlen, ganz im Gegensatz zu Grenzach, das die Wyhlener Narren närrisch glossiert am liebsten von der Landkarte gestrichen hätten. Im Mittelpunkt stand Fabian Kratz der sich als Wyhlener Rapper outete und für tosenden Applaus sorgte.

Männer in Frauenrollen sind für Narren kein Theima

Spitze Pfeile in Richtung Wyhlen-West richtete bereits zu Beginn der Zunftabende in Wyhlen auch Zunftabend-Regisseur Harald Peghini.

Er sagte, dass bei den Wyhlener Zunftabenden auch Frauen ausdrücklich auf der Zunftabendebühne erwünscht seien, was die Zunftabende in Wyhlen eindrücklich unter Beweis stellten. In Grenzach würden hingegen nach wie vor Männer Frauenrollen übernehmen, so ein närrisches Edikt der Grenzacher Narren, das sich aus Wyhlener Sicht längst links überholt hat.

Die nächsten Zunftabende finden am Freitag,6., und Samstag, 7. Februar, jeweils ab 20 Uhr im katholischen Gemeindehaus statt.