Die Arbeiten an den sieben Regenüberlaufbecken (RÜB) sind abgeschlossen. Rund 2,2 Millionen Euro muss die Verwaltung zahlen. Doch nun stehen noch mehr Arbeiten an.
Zur Schlussbetrachtung der RÜB-Modernisierung war Ingenieur Josef Geiger vom ausführenden Büro Raidt und Geiger in Rottenburg in die jüngste Sitzung gekommen. Im März 2021 wurden nach Begehung aller Anlagen die Modernisierungskosten auf 2,058 Millionen Euro geschätzt. Alle sieben Becken wurden 2024 und 2025 mit neuer Mess- und Regeltechnik ausgestattet. Sie erfüllen damit die Vorgaben er Unteren Wasserbehörde und erhielten die wasserrechtliche Erlaubnis auf Grundlage der Schmutzfrachtberechnung, berichtete Geiger.
Alarm bei Störungen
Die neue Prozessleittechnik erfasst und dokumentiert automatisch Ereignisse und den Betriebszustände, steuert die Maschinentechnik und protokolliert entsprechend amtlicher Vorgaben. Sie ist an die Kläranlage angebunden, alarmiert bei Störungen und enthält ein integriertes Wartungs- und Instandhaltungsmanagement. Im Zuge der Arbeiten in den RÜB wurden zusätzlich bei drei RÜB auch Straßensanierungsarbeiten erledigt. Die Gesamtkosten wurden mit 2,182 Millionen Euro abgerechnet und liegen damit nur rund sechs Prozent über der Kostenschätzung.
Die Ausschreibungssummen 2022 lagen noch fast 23 Prozent darüber, sagte Geiger. Seither sind die Baupreise wieder gefallen, und die Kosten sind auch „durch die sorgfältige Betreuung des Büro Raidt und Geiger nur wenige Prozentpunkte gestiegen“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Für die Maßnahmen erhielt die Gemeinde einen Zuschuss von 885 100 Euro.
Kanalbefahrung
Wegen zunehmender Rohrbrüche im Wohngebiet und der Lage im Wasserschutzgebiet soll das Kanalnetz mit einer Kamera befahren werden, um Schäden festzustellen, die dann in einer gemeinsamen Wasser-Abwasser-Maßnahme behoben werden sollen. Das gemeindliche Kanalnetz ist circa 30,30 Kilometer lang. Die Eigenkontrollvorgabe sieht vor, dass das Kanalnetz alle zehn Jahre zu inspizieren ist.
Der Plan laut Geiger ist, das Netz im Zwei-Jahres-Rhythmus in Teilstrecken zu befahren und jeweils im Folgejahr notwendige Sanierungen anzusetzen. Als erste Etappe soll eine Teilstrecke von 5,3 Kilometern befahren und 2027 dann notwendige Sanierungen erledigt werden. In der beschränkten Ausschreibung für die erste Teilstrecke gab die Firma Kanal Kirn GmbH aus Hailfingen mit 3 191 Euro das wirtschaftlichste Angebot ab. Der Gemeinderat vergab den Auftrag einstimmig an diese Firma.
Stimmen aus dem Gemeinderat
„Ist es richtig, dass es in der Vergangenheit so eine präventive Geschichte gar nicht gab?“, wunderte sich Wolfgang Hämmerlin (BU). Das stimme, so Geiger, das erste und einzige Mal fand eine komplette Kanalbefahrung 2016 statt. „Unsere Kanäle sollten nicht unsere Autobahnbrücken werden, deshalb Ja zur Kamerabefahrung“, so der Rat.
„Die schlimmsten Schäden aus der 2016er-Inspektion wurden 2024 mit Inliner-Sanierungen behoben“, antwortete der Ingenieur auf eine Frage von Miguel Pires Marques (GFW).
Fraktionskollegin Nina Benz wollte wissen, ob eine Sanierung nicht zugleich mit der Kamerabefahrung möglich sei. Geiger verneinte, „das sind unterschiedliche Geräte, die da zum Einsatz kommen müssen“. Von den angefragten Firmen machen alle Befahrungen und Spülungen, aber keine Sanierungen, ergänzte er.