Die Glocke hängt noch am Eingang. Früher wurden hiermit die Gäste im Linacher Michelhof zu den Mahlzeiten gerufen. Angelika Brenner vor ihrem früheren Domizil mit dem neuen Eigentümer Urs Fischbach.Foto: Hajek Foto: Schwarzwälder Bote

Heimatgeschichte: Angelika Brenner erzählt über die Historie des Hofguts "Zum Wilden Michel"

Der Michelhof in Linach hat mit Urs Fischbach einen neuen Besitzer. Angelika Brenner, viele Jahre die Wirtin des Anwesens, kam von ihrem Altersruhesitz in Donaueschingen zu Besuch, und man erzählte von alten Zeiten.

Furtwangen-Linach. Angelika Brenner kam 1963, gerade 18 Jahre alt, auf den Michelhof und heiratete 1966 den Juniorchef Horst Brenner. Die Eltern Nikolaus und Rosina Brenner waren Donauschwaben, die sich 1955 in Linach auf dem Michelhof niederließen.

In den ersten Jahren war der Michelhof Landschulheim, darüber hinaus wurde bald der Campingplatz angelegt. "Im Sommer war das Landschulheim am Laufen, im Winter wurde renoviert und umgebaut", erinnert sich Angelika Brenner an die ersten arbeitsreichen Jahre im Linachtal. Bis 1990 kamen Schüler ins Landschulheim. Später wurden die Räumlichkeiten in Studentenzimmer und Ferienwohnungen umgebaut .

Die Gaststätte eröffnete die Familie Brenner im Jahr 1979. Horst Brenner starb bereits vor knapp 20 Jahren, viele Jahre leitete Angelika Brenner den Betrieb allein. Sie hat drei Kinder und vier Enkel, und stellte bei ihrem Besuch auf dem Michelhof erfreut fest, dass die neuen Eigentümer Fischbach den Betrieb in ihrem Sinne weiterführen.

Die Gaststube sieht noch aus wie in früheren Zeiten. Insbesondere die bemalte Decke, vom Linacher Uhrenschildermaler Karl Straub gestaltet, zieht die Blicke auf sich.

Der Michelhof in Linach selbst wurde 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Der Hof brannte im Jahr 1802 ab. 1814 wurde Georg Rießle als Besitzer genannt. Damals zählte Linach 227 Seelen, die in 34 Häusern wohnten.

Von 1930 an wurde das Anwesen mehrfach verkauft, der Hof wurde von Pächtern bewirtschaftet. Im Jahr 1955 kaufte der Donauschwabe Nikolaus Brenner den Hof, den er 1976 an seinen Sohn Horst übergab.

Jetzt ist Urs Fischbach Wirt auf den Michelhof, den er in den "Wilden Michel" umgetauft hat. Von Freitag bis Sonntag ist geöffnet, geboten werden vor allem heimische Produkte.