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Zum Tod von Tom Petty Am Ende der Lebenslinie

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Der Stern von Tom Petty in Hollywood am berühmten „Walk Of Fame“. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Los Angeles - „We’re going to the end of the line“, hat Tom Petty einmal gesungen. Nun hat der Chef der Heartbreakers nach einem Herzstillstand in Los Angeles das Ende seiner Lebenslinie erreicht. Zu früh ist dieser charismatische Rockmusiker gestorben, aber tröstlicherweise im Kreis der Familie und enger Freunde. 1988, als er mit den Travelling Wilburys „End Of The Line“ im kalifornischen Santa Monica aufnahm, strahlte Tom Petty jene lässige Coolness aus, die – von seinen musikalischen Qualitäten ganz abgesehen – bei Millionen von Fans auf der ganzen Welt so gut ankam.

Der Song wurde an nur einem Tag in der Küche geschrieben

Der Song, der davon handelt, dass man angesichts der eigenen Vergänglichkeit das Leben genießen solle, wurde gemeinsam von Bob Dylan, George Harrison, Jeff Lynne, Tom Petty und Roy Orbison an nur einem Tag in der Küche eines idyllisch gelegenen Landhauses geschrieben. Das Video zeigt Tom Petty mit blonden Haaren unter seinem obligatorischen Stetson-Hut, wie er in einem rollenden Güterzug E-Bass spielt und mit seinem kleinen schrägen Lächeln singt. Die Veröffentlichung des Songs ein Jahr später hat Roy Orbison schon nicht mehr erlebt.

Im Video sieht man sein Foto und eine einsame Gitarre auf einem Schaukelstuhl. Drei Jahre danach war auch für George Harrison der Weg zu Ende. Am Montagabend nun ist Tom Petty sechsundsechzigjährig gestorben. Gerade erst hatte er eine große Tour beendet, auf der das vierzigjährige Bestehen der Heartbreakers gebührend gefeiert wurde.

Tom Petty, am 20. Oktober 1950 in Gainesville/Florida geboren, brachte mit seinen hochenergetischen Songs und kompromisslosen Texten, die den Underdogs eine Stimme gaben, Entschiedenheit und Klarheit in den Rock ’n’ Roll der sechziger Jahre, wo er seine musikalischen Wurzeln hatte. „Jede Form von Ungerechtigkeit macht mich wütend. Das ist die Triebfeder meiner Songs“, betonte er.

Körnige Stimme mit Florida-Akzent

Pettys Stimme war nicht besonders hübsch, im Unterschied zu der von Orbison, und klang irgendwie körnig. Aber Petty war ganz und gar unverwechselbar, schon weil er seinen näselnden Florida-Akzent beibehielt. Zuhause hatte er nach einem Jahr wegen des lustigen Musiker­lebens das College geschmissen. Allein wenn Song-Titel wie „Refugee“, „Don’t Come Around Here No More” oder „Into the Great Wide Open“ aufgezählt werden, hört man sie mit dem inneren Ohr und möchte sie auf YouTube abspielen. Das werden wohl in diesen Tagen viele Fans auf der ganzen Welt tun – das Privileg von Künstlern, deren Werk nach ihrem Tod weiterlebt.

Man erinnert sich: 2002 wurde Tom Petty in die Hall of Fame aufgenommen, 2008 hatte er die Ehre, in der Pause des Super Bowl und vor hundert Millionen Fernsehzuschauern aufzutreten, er war ein Freund von Johnny Cash und hat auch in Deutschland Furore gemacht, beispielsweise 1987 vor 80 000 Besuchern in Ost-Berlin. Bob Dylan, sein Bandkollege bei den Travelling Wilburys, mit dem er auf Welttournee war, hat Tom Pettys Tod im Magazin „Rolling Stone“ als „schockierend und schrecklich“ bezeichnet. „Er war ein großer Interpret, voller Licht, ein Freund, den ich nie vergesse.“

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