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Zum Tod von Hans-Dietrich Genscher Ein Vater der Einheit

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Der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) während eines Fluges am 24. April 1992. Foto: dpa

Berlin - Manchmal, unter glücklichsten Umständen, verdichtet sich ein ganzes politisches Leben in einem großen Augenblick. Einem Augenblick, in dem alles aufgehoben ist: die Ziele, die Hoffnungen, all die Mühe und all die Leidenschaft eines langen Kampfes. Bei Hans-Dietrich Genscher war das so.

Am 30. September 1989 ist dieser goldene Augenblick für den damaligen Außenminister der Bundesrepublik Deutschland gekommen. Genscher steht auf dem Balkon der Prager Botschaft, deren Gelände vollgestopft ist mit den hunderten DDR-Bürgern, die mit ihrem Leben im Honecker-Staat abgeschlossen haben und nun zwischen Ost und West als Treibgut der Geschichte gestrandet sind. Ihre Hoffnung heißt Genscher. Von seinem diplomatischen Geschick in den Verhandlungen mit den SED-Machthabern hängt ihr Leben ab, ihre Freiheit, ihr ganzes weiteres Schicksal. Genscher hat später oft erzählt, wie sehr ihm diese Verantwortung bewusst war, wie sehr sie ihn auch belastete.

Prag: Höhepunkt seiner politischen Karriere

Nun steht er vor ihnen und es wird ganz still, als er zu sprechen anfängt. Diesen angefangenen Satz, der nie zu Ende geführt wird, weil er im Jubel untergeht, im Freudentaumel, in all der Erleichterung und Erwartung und Zukunftsgier: „Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Nacht Ihre Ausreise...“ Dann bricht der Sturm los. Es ist der Höhepunkt seiner politischen Karriere. So sieht es Genscher jedenfalls selbst, und oft ist er später in der Rückschau auf den langen Weg der Wiedervereinigung auf diese Minuten in Prag zurückgekommen.

Hans-Dietrich Genscher ist ein Vater der Einheit, nicht weniger als Helmut Kohl. Und er steht wie kaum ein anderer deutscher Politiker für den Weg und die Wendepunkte der Bundesrepublik Deutschland. Im Kreise seiner Familie ist der Liberale am Donnerstagabend im Alter von 89 Jahren gestorben.

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