Von Symphonien aus dem 16. Jahrhundert bis zu Hollywood-Melodien: Die Altdorfer Kapelle hat zum Abschluss ihres Jubiläumsjahres ein „Best of“ geliefert.
Mit dem imposanten Jahreskonzert „Best of Klauskonzert“ beendete der Musikverein sein Jubiläumsprogramm zum 125-jährigen Bestehen. Das Konzert stellte die Vielfalt der modernen Blasmusik unter Beweis. Gerne gehörte und gespielte Melodien begeisterten sowohl die Kapelle als auch das Publikum. Die Vorsitzende Annika Möhringer begrüßte und die Aktiven Leo Mösch und Bernhard Mösch streiften zur Eröffnung des Programms mit viel Wortwitz durch die Historie des Vereins.
Der musikalische Auftakt gehörte der 17-köpfigen Big-Band. Wie eine wilde Expedition durch den Dschungel, geführt vom Gitarristen Benjamin Person, erklang das Jazz-Stück „Welcome to the jungle“, arrangiert von Paul Murtha nach einem Hit der Band „Gun’s n‘Roses“.
Gesamtorchester startet kraftvoll ins Konzert
Nicht ruhig wie das Original von Georg Harrison, (Leadgitarrist der Beatles), sondern kräftig, tonsicher und mit flottem Tempo setzte die Band den Welthit „Here comes the sun“ nach einem Arrangement von Mike Tomaso um. Rasant ging es weiter mit „Whiplash“, geschrieben nach dem gleichnamigen Psychotriller. Bei diesem Stück brillierten Harald Jäck und Dirigent Markus Obergföll mit Saxophonsolos.
Krönender Abschluss des Big-Band-Teils war mit „You’re still the one“, eine Homage an die bedingungslose Liebe. Den Gesangspart der kanadischen Country-Sängerin Shania Twain übernahm in Altdorf mit ausdrucksstarker Stimme die Solisten Beatrice du Bellier, gesanglich unterstützt im Hintergrund von Fabian Bühler und Markus Obergföll. Mit viel Applaus und einer Zugabe wurde die Big-Band von der Bühne verabschiedet.
Mit dem kraftvollen Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“, einem Klassiker der Blasmusik von Rudi Fischer, richtete die Gesamtkapelle bei ihrer Konzerteröffnung bereits einen Blick auf das noch ferne Frühlingserwachen. Filmmusiktitel zu Star-Wars, Indiana Jones, Der weiße Hai und mehr tragen die Handschrift des mehrfachen Oscar- und Grammy-Gewinners John Williams. Das als Titelmixtour aufgelegte Arrangement „John Williams in Concert“ von Paul Lavender intonierte die Kapelle mit exaktem Tonvolumen und Präzision. Mit der lyrisch angehauchten „Canzon Septimi“, einer zeitlosen sakralen Symphonie aus dem 16. Jahrhundert von Giovanni Gabriele, wechselte das Szenario von einem Kinosaal zur Markuskirche Venedigs.
Und auch ohne Polka ging’s nicht: Die Kapelle hatte sich die gute Laune verbreitende „Heidrun-Polka“ herausgesucht. Komponist Franz Watz hat die volkstümliche Polka seiner Tochter zum 25. Geburtstag gewidmet und musikalisch einfühlsam die Lebensphasen seiner heranwachsenden Tochter beschrieben. Zeitlos waren die Hymen von Ennio Morricone zu den populären Italo-Western wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Zwei glorreiche Halunken“. Gewaltiger Sound, Hufgeklapper und Wild-West-Atmosphäre zu „Moment for Morricone“ fesselte die Zuhörer wieder in ihre imaginären Kinositze.
Auch Rap-Elemente gab es zu hören
Die Liebe und Sehnsucht nach New York brachte Ex-Gangster und Rapper Jay-Z zusammen mit Alica Keys mit „Empire State of mind“ zum Ausdruck. Den für die Blasmusik arrangierten Welthit setzte erneut Beatrice du Bellier mit ihrem imposanten Stimmvolumen im Zusammenspiel mit der Kapelle bravourös um.
Legendär und zeitlos die Hits von „Deep Purple“. In einem Medley, gesanglich wiederum von Bearice du Bellier unterstützt, stach das wohl bekannteste Gitarren-Riff der Musikgeschichte bei „Smoke on the water“ heraus. Als Solisten brillierten Benjamin Person (Gitarre) und Fabian Bühler (Schlagzeug).
Der weltweit gespielte sinfonische Marsch „Doppeladler“ des österreichischen Marschkönigs Josef Franz Wagner ist eine Reminiszenz an das Wappenschild der Donaumonarchie. Imposant und machtvoll war die Umsetzung durch die Kapelle mit den prägenden Solos der Piccolo-Flötistinnen Petra Möhringer und Julia Jäger.
Drei Zugaben mussten gespielt werden, bevor das begeisterte Publikum die Kapelle von der Bühne entließ.
Info – Ehrungen
Im Rahmen des Konzerts wurde Albrecht Rietsche für seine 50-jährige Aktivität geehrt. Lauten Beifall gab es für den langjährigen Dirigenten, Ausbilder und Bassisten Emil Spengler, der sich mit nunmehr 89 Jahren mit dem Jahreskonzert von der Gesamtkapelle verabschiedete. Er bleibt dem Verein aber als Ausbilder und Musiker kleinerer Gruppierungen erhalten.