Der Grundschulchor eröffnete gemeinsam mit Chorleiterin Beate Hoppe den Weihnachtsmarkt. Vorgeführt haben sie ihre Werke auf der Treppe des Klostergebäudes, die sich wunderbar als Bühne nutzen lässt. Foto: Bohnert-Seidel

Was sich zum dritten Mal wiederholt, ist laut Volksmund Tradition. Wenn es nach dem Ortsvorsteher geht, gilt das auch für den Weihnachtsmarkt des Ortsteils. Dieser lockt nämlich seit 2022 zahlreiche Besucher zum Klosterhof – und das auch in diesem Jahr.

Alles, was sich schon im dritten Jahr wiederholt, verdient das Prädikat Tradition. Ortsvorsteher Gerold Kadenbach ist vielleicht kein Mann der großen Worte, aber diesen Satz prägt er gern, wenn es um die erfolgreiche Veranstaltung des Heiligenzeller Weihnachtsmarktes im Klosterhof geht.

 

Eröffnet wird das Ganze durch die Kinder des Grundschulchores mit ihrer Chorleiterin Beate Hoppe. Das kommt an und lässt die Besucher einmal mehr zusammenrücken. Unterhaltungen wurden auf Sparflamme geführt, schließlich gebührt den Kindern die absolute Aufmerksamkeit. Alle Vereine beteiligen sich am Gelingen des Marktes. Dankbar ist Ortsvorsteher Gerold Kadenbach für die Unterstützung von Roland Herzog, der die einheitlichen Holztische mit seinem Team gestaltet hat und immer wieder gern zur Verfügung stellt. Als gelernter Elektriker bringt sich Ortsvorsteher Kadenbach ohnehin seit vielen Jahren in die Vereinswelt ein.

In diesem Jahr gibt es keine vier Adventsfenster

Für sie habe er sich ein riesiges Arsenal an Verbindungselementen zum Gelingen einer großen Stromversorgung zugelegt. Schließlich sollte – pünktlich mit Einbruch der Dunkelheit – der gesamte Klosterhof hell erleuchten und somit sinnbildlich für die erste Adventsfensteröffnung stehen.

In Heiligenzell wird es in diesem Jahr leider keine vier Adventsfenster am Klostergebäude geben. Nicht weil die Vereine, die das bisher gestaltet haben, ohne Fantasie wären. „Eigentlich haben die Pläne zum Umbau des Gebäudes zum Kindergarten schon längst die Handwerker im Gebäude vorgesehen“, erklärt Kadenbach gegenüber unserer Redaktion. Dass dieses Vorhaben wieder verschoben wurde, das habe niemand für möglich gehalten. Leider wurde in Heiligenzell auf die Schnelle keine Alternative gefunden. Jetzt erstrahle eben der Klosterhof und hier in exponierter Lage eigentlich einer der schönsten Christbäume schön tief im Hof zwischen Kirche und historischem Gedenkkreuz verwurzelt.

Altortsvorsteher Gerold Eichhorn holt für seine Ehefrau Josephine ein selbstgebasteltes Engelchen von Bettina Britsch. Foto: Bohnert-Seidel

Während in der Regel die Vereine die Verköstigung der Besucher übernommen haben, zeigen sich viele Heiligenzeller von einer sehr kreativen Seite. Bettina Britsch hat Engel gebastelt und Gudrun Manach jede Menge gestrickt, gesägt und bemalt. Doris Erb macht mit ihrem Stand auf die Not von Menschen in Israel aufmerksam. Sie sammelt bewusst, unterstützt von Elvira Kempf aus Schuttern, für ein Seniorenheim in Israel. Die Besonderheit des Heimes: Dort leben Menschen, die Opfer des Holocaust waren und nun mit dem Ausbruch des dortigen Kriegs zu kämpfen haben. Aus Schuttern sind auch Yvonne und Martin Kupfer mit ihrer Handwerkskunst gekommen. Mit fremden Federn wollte sich Yvonne Kupfer jedoch nicht schmücken. Wunderhübsch stehen Sektkorken im Weihnachtsmannkostüm auf dem Tisch. „Nein, das habe nicht ich gemacht“, bekennt Kupfer. Ihre Mutter sei die Strickerin.

Info – Neuer Standort für 2025

Im kommenden Jahr wird der Weihnachtsmarkt erstmals im Hof des Heiligenzeller Schlössles stattfinden. Dann soll sich definitiv auch das Klostergebäude inmitten eines zentralen Umbaus befinden.