Anlässlich ihrers 75-jährigen Bestehens gaben die Kippenheimer Blasmusiker ein besonderes Konzert voller Leidenschaft und Gotteslob.
„Posaunenchöre sind ein fröhlicher, lebendiger Teil der evangelischen Kirche. Unter dem Motto ,Töne der Hoffnung’ möchten wir die frohe Botschaft aus unterschiedlichen Epochen und in unterschiedlichen Stilen erklingen lassen“, stimmte Werner Siefert auf das Konzert ein und zeigte sich beeindruckt, ob der großen Zahl der Konzertbesucher in der Friedenskirche. Besonders begrüße er Werner Lutterer, Gründungsmitglied und ehemaliger Dirigent des Posaunenchors.
Aus der Jugendarbeit der Kirchengemeinde ist damals die Chorgemeinschaft um Pfarrer Erich Henschke und Ewald Busse, die beide schon Posaune spielen konnten, entstanden. Die Proben hatten damals bei Busses im Wohnzimmer stattgefunden und wurden mit dem ersten öffentlichen Auftritt am 29. September 1951 belohnt. „Gott ist die Liebe“ wurde an diesem Tag zum Auszug aus der Kirche von der jungen Formation gespielt. Der reformatorische Grundgedanke „Soli deo Gloria – Allein Gott die Ehre“ wird bis heute aktiv gelebt, wenn auch „der Posaunenchor den Dienst am Herz und zum Wohlgefallen der Gemeinde zu würdigen weiß“, führte Siefert weiter aus, der selbst viele Jahre das Dirigat inne hatte.
Chor erinnerte musikalisch an die Corona-Pandemie
„Nun bitten wir den heiligen Geist“, ein Kirchenlied, das im 13. Jahrhundert seinen Ursprung hat, eröffnete mit Vorspiel und Liedsatz das Jubiläumskonzert des 20-köpfigen Ensembles. Andreas Beinroth verstand es, die geistlichen Inhalte der Kirchenmusikstücke zu interpretieren und zu präsentieren. So machte er auf die venezianische Inspirationen bei Heinrich Schütz’ „Lobe den Herren meine Seele“ aufmerksam, die sich dieser als 24-Jähriger bei Studien in Italien zu eigen gemacht hatte. Der „Hymnus“ von Reinhard Gramm aus dem „Heft 2018“ hatte sich die Chorgemeinschaft während der Corona-Pandemie angeeignet. „Das kraftvolle Lied war für uns ein Impuls, dass es weitergeht – und ist heute ein Dankeschön, dass wir es aus diesem Tal heraus geschafft haben“, moderierte Beinroth das Stück an.
Der Chor hat viele Krisen überstanden
„Der Posaunenchor Kippenheim hat beginnend in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, über die Krisen des Lebens, sowie eine Pandemie eine Klangspur der Musik gelegt, die bis zum heutigen Tag reicht,“ würdigte Pfarrer Martin Grüsser das Wirken der Musiker. Nach der musikalischen Diaspora im südlichen Schwarzwald wäre Kippenheim seine erste Gemeinde mit eigenem Posaunenchor gewesen, erinnerte es sich. „Wir sind heute froh gestimmte musikalische Geburtstagsgäste und dürfen das Konzert mit dem Posaunenchor feiern“, freute sich der Pfarrer abschließend.
Barbara Weis-Neugart wusste in „Nähme ich Flügel der Morgenröte“, das den Psalm 139 intoniert, mit einem glockenhellen Sopran zu überzeugen. Eva Preschle hatte den Taktstock von Beinroth übernommen und führte Solistin und Musiker souverän durch das Musikstück. Im Refrain waren die Zuhörer, nach kurzer Instruktion, zum unterstützenden Mitsingen aufgerufen.
Nachwuchs begeistert mit Konzertdebüt
Weltliche Klänge schlug Albert Vetter auf der Orgel mit dem „Fantasia“ von Michael Schütz an. Er überraschte mit seinem kraftvollen und virtuosen Spiel. Das von Jan van der Rost komponierte „Ritmico“ beschrieb Beinroth als Stück, das mit energiereicher Melodie und starkem Drive eigentlich für größere Orchester geschrieben wurde. In der eigens für den Posaunenchor umgeschriebenen Bearbeitung glänzten die Nachwuchsbläser in ihrem Konzertdebüt.
Einen Gruß aus Norwegen kündigte der Dirigent mit „Songs from a secret Garden“ von Rolf Undsaet Lovland an, dessen bekanntester Song wohl „You raise me up“ ist. Nach Entdeckung der verborgenen Schönheit des besagten Gartens erfüllte der Chor im Big-Band-Sound sowie opulente Orgelmusik mit „Der dem Tage die Sonne zum Lichte gab“ von Andreas Mücksch den Akustiktraum des Kirchenschiffes. Mit „In Florenz“ – ein weiteres von Italien inspiriertes Stück – sowie Christian Sprengers „Rise and shine“ schloss sich der musikalische Reigen den Dirigent und Ensemble gekonnt gebunden hatten.
Info – Dankesworte
Nach Segen, Zugaben und Schlussworten bedankte sich Werner Siefert bei den Gästen und allen, die zum Gelingen des Konzertes beigetragen hatten – insbesondere beim Dirigenten Andreas Beinroth, Pfarrer Martin Grüsser sowie den musikalischen Gästen Barbara Weis-Neugat (Gesang), Albert Vetter (Orgel), Hans-Martin Fabritius (Schlagzeug) und Eva Preschle (Dirigat).