Das kostenlose Mobilitätsangebot wird zum 31. März – ein Jahr nach Beginn – eingestellt. Dafür stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung.
„Wir haben sehr viel Arbeit und Zeit in dieses Projekt gesteckt. Es ist sehr schade, dass es nun enden muss.“ Bürgermeister Tobias Uhrich stellte mit Bedauern die Zahlen des Bürgerbusses vor, der am 17. März 2025 gestartet war. Im Durchschnitt haben nur circa 40 Fahrgäste pro Monat das Angebot benutzt, dies habe die Auswertung der Fahrgäste ergeben, informierte Uhrich.
Trotz der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit in Form von Werbung im Amtsblatt und in den sozialen Medien konnte keine nennenswerte Erhöhung der Fahrgastzahlen erzielt werden. Wenn man die verbundenen Kosten und die geringe Nachfrage kombiniere, sei es leider unumgänglich, das Projekt nach einem Jahr zu beenden. Mit den Fahrern habe man bereits gesprochen, diese seien auf das drohende Aus vorbereitet worden, so Uhrich.
„Welche Kosten sind denn im Spiel?“, wollte Axel Fischer (UL) bei der anschließenden Diskussion wissen. Das Fahrzeug sei bereits im Bestand der Gemeinde gewesen, berichtete Bauamtsleiter Peter Winkels.
Die Verwaltung hat etwa 25 000 Euro ausgegeben
Mit dem Ende des Bürgerbusses spare man natürlich die Gehälter der Fahrer ein und den Betrieb des Transporters. „Seit Beginn im März vergangenen Jahres sind Kosten in Höhe von etwa 25 000 Euro entstanden“, legte Winkels dar.
Ratskollege Bernd Reinholdt (FWV) hielt die Abschaffung des Bürgerbus „für sinnvoll und überfällig“. Um einen Überblick zu den Kosten zu erhalten, war ihm eine Zusammenstellung der Verwaltung wichtig. Diese werden die Räte erhalten, antwortete Winkels.
Gegenteiliger Meinung war hingegen Hans-Jörg Hosch (UL). Er finde es sehr schade, dass der Bürgerbus nach einem Jahr eingestellt werde. Er monierte, dass man nur die Nutzer und nicht auch den Rest der Bevölkerung gefragt habe. Zudem sei das Angebot zu unflexibel gewesen. „Wir müssen es weiterdenken, der Ausbau der Mobilität in Neuried sollte jetzt nicht zu Ende sein“, forderte Hosch vom Gremium und der Verwaltung.
Der Transporter soll verkauft werden
Uhrich erwiderte zunächst, dass man seit der ersten Fahrt mit dem Bürgerbus einen Feedbackbogen verwendet habe, um die Nutzung zu evaluieren. Man habe nach Ideen zur Weiterentwicklung gefragt, es seien jedoch wenig Rückmeldungen zurückgekommen. „Wir entwickeln stetig neue Ideen, um Neuried voranzubringen“, betonte Uhrich.
Die erste Mobilitätsstation in Ichenheim sei ein sehr gutes Beispiel dafür. Wenn die Bushaltestelle in der Altenheimer Lindengasse umgebaut sei, dann soll dort eine zweite Station entstehen. „Wir hoffen natürlich, dass dieses Angebot besser angenommen wird als der Bürgerbus“, unterstrich der Bürgermeister.
Hosch hakte nach und erkundigte sich, ob das Auto nicht für individuelle Zwecke wie Fahrten zum Jugendzentrum genutzt werden könne. „Der Plan ist, dass das Auto verkauft wird“, stellte Winkels klar. Die Bereitstellung für unterschiedliche Anlässe sei mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden.
„Wir müssen sensibel auf unsere freiwilligen Leistungen schauen“, war Jochen Strosack (FWV) wichtig. Der Bürgerbus gehöre in diesen Bereich und müsse nun gestrichen werden. Der Gemeinderat stimmte mit deutlicher Mehrheit bei einer Nein-Stimme von Hans-Jörg Hosch für die Einstellung des Bürgerbusses.
Schweigeminute für Ernst Dörflinger
Vor dem Beginn der Gemeinderatssitzung erinnerte Bürgermeister Tobias Uhrich an den Ehrenbürger Ernst Dörflinger als „außergewöhnlichen Menschen“, der sich für seine Mitmenschen eingesetzt habe und am 12. Januar gestorben ist. Der Bürgermeister bat daher um eine Schweigeminute.