Die meisten neuzugelassenen Autos im Kreis Freudenstadt sind immer noch Verbrenner – das wurde durch eine Kleine Anfrage im Landtag von Timm Kern (FDP) deutlich. E-Autos kamen im Jahr 2022 auf lediglich gut ein Prozent. (Symbolfoto) Foto: © Stockwerk-Fotodesign – stock.adobe.com

Der Landtagsabgeordnete Timm Kern (FDP) sieht den Verbrennermotor im Landkreis noch nicht vor dem Aus. Er fragte in einer Kleinen Anfrage nach PKW-Neuzulassungen und deren Antriebsformen im Landkreis Freudenstadt.

Bundesweit war es in den letzten Wochen ein großes Streitthema: Die Zukunft des Autos und speziell des Verbrennermotors. Nachdem sich die Bundesregierung auf Drängen der FDP darauf verständigt hatte, dem Aus des Verbrenners auf EU-Ebene nicht zuzustimmen, wurde dieser Plan revidiert – das Verbot der Neuzulassung von Autos mit Verbrennermotor ab 2035, wie ursprünglich geplant, war vom Tisch.

Aber wie ist die Situation im Landkreis Freudenstadt? Das wollte der FDP-Landtagsabgeordnete Timm Kern wissen und hat darum in einer Kleinen Anfrage die Zahlen von Neuzulassungen und Antriebsformen von PKW im Landkreis bei der Landesregierung abgefragt, wie das Büro von Timm Kern mitteilt.

Zulassungszahlen für E-Autos sind zwar steigend, aber auf geringem Niveau

Das Ergebnis: Nach wie vor bestimmen Benziner und Diesel das Bild. Die Zulassungszahlen für Elektroautos sind zwar steigend, das aber auf geringem Niveau. Demnach wurden im Zulassungsbezirk Freudenstadt im Jahr 2022 insgesamt 79 060 Fahrzeuge neu zugelassen. Davon waren 46 741 Benziner (gut 59 Prozent), 28 638 Diesel (etwa 36 Prozent), 2508 mit hybridem Antrieb (rund drei Prozent) und 958 Elektroautos (gut ein Prozent).

Ein Grund für die Zurückhaltung beim Kauf von Elektroautos könnte dabei die mangelhafte Ladeinfrastruktur sein, meint Kern. Auch diese fragte er in seiner Anfrage ab: Die Zahl der Ladepunkte im Landkreis Freudenstadt sei demnach zwar stetig gestiegen auf inzwischen 104 Ladestellen. Das reicht aber offenbar nicht, um vom Kauf eines Elektroautos zu überzeugen.

Ausbau der Ladeinfrastruktur muss stärker vorangetrieben werden

Kern plädierte angesichts der Zahlen dafür, sich in der Verkehrswende nicht auf eine einzige Antriebsform zu konzentrieren, sondern verschiedene Technologien zu berücksichtigen: „Offensichtlich sind die allermeisten neu zugelassenen Autos immer noch Verbrenner. Auch wenn die E-Mobilität an Bedeutung gewinnen wird, wird der Verbrenner nicht so schnell verschwinden – nicht im Landkreis Freudenstadt und erst recht nicht global betrachtet“, wird er in der Mitteilung zitiert.

Seine Forderung deshalb: „Um den Individualverkehr klimafreundlich zu gestalten, braucht es mehr Konzepte als nur Elektroautos. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist wichtig und muss stärker vorangetrieben werden – gleichzeitig ist die Forschung an synthetischen Kraftstoffen, der Brennstoffzelle oder Hybridmotoren nötig, um die Klimaziele im Verkehrssektor erreichen zu können“, so der FDP-Politiker abschließend.