Zukunftsfantasien Foto: Melanie Geitlinger

Fast drei Jahre ist der Beschluss zum Bau einer neuen Kreisstraße in der südlichen Ortenau alt. Wann die Bagger rollen, ist heute aber mehr denn je unklar. Bei den Vorbereitungen ist ordentlich Sand im Getriebe. Das hat unschöne Nebeneffekte.

Es ist für einen Außenstehenden nur schwer zu begreifen: Da liegen alle Voraussetzungen vor, um – wie Verkehrsexperten beteuern – Tausenden lärm- und abgasgeplagten Menschen zu helfen, und es passiert: nichts. Seit fast einem halben Jahr herrscht zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung Stillstand in Sachen B 3-Umfahrung zwischen Lahr und Ringsheim. Warum? Die Beteiligten deuten allesamt Richtung Lahrer Rathaus. Wo genau das Problem liegt, ist dort leider nicht zu erfahren.

 

Wohlgemerkt: Ohne Infos ist es schwer, sich ein belastbares Bild zu machen. Doch warum gibt es diese Infos nicht? Und: Wer sich regelmäßig darüber echauffiert, dass überbordende Bürokratie das Land lahmlegt, sollte seinerseits bei einem durchaus dringlichen Thema nicht unnötig Zeit verplempern.

Dass jene, die der Kreisstraße seit jeher skeptisch gegenüber stehen, nun ihre Chance wittern, das Großprojekt doch noch ins Wanken zu bringen, ist wenig überraschendes Beiwerk des Zauderns. Wer Schwäche zeigt, muss mit Angriffen rechnen. Das gilt leider in allen Lebensbereichen.

An dieser Stelle wurde schon einmal darüber sinniert, eine Seilbahn von Lahr ins Schuttertal zu bauen. Weil eine Alternative zur Bestandstrasse und damit eine Entlastung von Kuhbach und Reichenbach nicht in Sicht ist. Nun: Vielleicht sollten künftig auch Gondeln Richtung Süden schweben. Wäre – weit nach vorne gedacht – auch eine attraktive Verbindung zweier Tourismusziele: zwischen dem Ruster Europa-Park und dem geplanten Surfpark in Lahr. Wobei – ob Letzterer kommt, wenn schon eine Straße dermaßen große Probleme bereitet?