Am Gebäude der städtischen Musikschule Nagold ist der Sanierungsbedarf groß. Der Musikschulchef appelliert: „Lassen Sie die Musikschule nicht hängen.“ Doch nichts geschieht. Warum?
Quo vadis, Musikschule Nagold? Ein Blick auf all die Aktivitäten und Erfolge der vergangenen Jahre lässt da eigentlich keine Zweifel aufkommen: Es geht voran, an allen Ecken und Enden.
Ein Sammelsurium an Erfolgen präsentierte Musikschulleiter Christian Pöndl den Mitgliedern des Kulturausschusses in seinem Bericht über die vergangenen Jahre. Beim Ausblick in die Zukunft aber wurde er sehr ernst und wählte drastische Worte: „Lassen Sie die Musikschule nicht hängen.“
Das Problem: Pöndl sorgt sich um die räumliche Zukunft der Bildungsstätte. „Das Musikschulgebäude liegt mir im Magen“, sagte er. Dabei machte Pöndl gleichzeitig deutlich, wie dankbar man auch sei, überhaupt ein eigenes Gebäude zu haben.
Das Haus wurde der Musikschule Nagold einst geschenkt
Das Gebäude am Glockenrain wurde der Musikschule einst von einem Mäzen geschenkt. Mittlerweile aber ist es sanierungsbedürftig.
Dass es überhaupt so weit kam, liegt wohl auch daran, dass in den vergangenen Jahren nicht mehr allzu viel Geld in das Haus gesteckt wurde. Denn eigentlich gibt es auch für die Musikschule andere Ideen. Das derzeitige OHG 2 zum Beispiel wird immer wieder gerne als künftiges Musikschulgebäude ins Spiel gebracht.
Das Problem nur: Das schmucke Gebäude an der Calwer Straße wird wohl noch eine ganze Weile vom OHG selbst als Unterrichtsgebäude benötigt. Frühestens nach dem Neubau des Otto-Hahn-Gymnasiums könnte das Haus frei werden. Und saniert ist es dann noch lange nicht.
Wirklich absehbar ist der Zeitpunkt für diese seit Jahren ja eigentlich auch nur angedachte Lösung jedenfalls nicht. Man muss kein Pessimist sein, um zu erkennen, dass es sich hier nicht um wenige Jahre dreht, eher um ein Jahrzehnt. Oder gar mehr.
„Es ist halt die Frage, ob man dort noch mal investiert“
Pöndl warnte davor, das Thema auf die lange Bank zu schieben. Wohlwissend, dass es sich eigentlich angesichts solcher Zukunftsgedanken nicht mehr lohne, noch viel Geld in das Musikschul-Gebäude zu investieren.
Doch das Haus muss offensichtlich dringend saniert werden. „Nicht, dass wir dort eines Tages wegen baulicher Mängel nicht mehr unterrichten können.“ Der Musikschulleiter berichtete unter anderem von Feuchtigkeit in der Fassade zum Glockenrain hin. Pöndl: „Es ist halt die Frage, ob man dort noch mal investiert.“ Und sein Appell an die Räte: „Bitte haben Sie das im Blick.“
Ist der Bildungscampus Innenstadt der richtige Ort?
„Vielleicht tun sich ja neue Türen auf, durch zwei Großprojekte, die wir haben“, äußerte sich Nagolds Finanzbürgermeister Hagen Breitling vage. Dabei verwies er auf den Zellerschul-Neubau und den möglichen OHG-Neubau. Zudem fügte der Kämmerer noch an: „Meistens ist die nachhaltige Lösung die richtige.“
Den Bildungscampus Innenstadt sieht offensichtlich Hagen Breitling auch für die Musikschule als richtigen Ort. „Da wollen wir dranbleiben.“ Und so lange versuche man, das Gebäude durchzutragen – „oder eine gute Übergangslösung zu finden.“
Breitling sagte dem Musikschulleiter noch zwei Dinge zu: „Das Thema gerät nicht aus dem Blick.“ Und: „Es wird keine Lösung auf der grünen Wiese geben.“