Nach Jahrzehnten im Amt legt Köhler den Taktstock zur Seite. Der Wolterdinger Kirchenchor sucht einen Nachfolger.
Die Zukunft des Wolterdinger Kirchenchors ist ungewiss, denn Walter Köhler beendet seine Tätigkeit als Chorleiter. Doch die Stimmen werden vorerst beim 166 Jahre alten Kirchenchor nur etwas leiser klingen.
Bis dato konnte keine Nachfolge für den scheidenden Chorleiter Walter Köhler – der diesen Schritt schon 2025 angekündigt hatte – gefunden werden. Die Projektchöre und die Kameradschaft sollen jedoch Bestand haben.
Starke Projektchöre
„Es war ein bewegtes, aufregendes und überwältigendes Jahr“, fasste es die Vorsitzende Yvonne Köhler bei der Versammlung zusammen. Damit meinte sie zum einen die Auftritte beim Festbankett und dem ökumenischen Festgottesdienst im Rahmen des Dorfjubiläums. Zum anderen war die Freude über die starken Projektchöre zum Patrozinium und Adventskonzert, bei dem auch Kinder mitsangen, groß. 930 Euro kamen bei dem Benefizkonzert für die Amsel-Gruppe Donaueschingen zusammen. 44 Proben und neun Antritte absolvierten die 18 Chormitglieder dafür.
Nach 36 Jahren, in denen Walter Köhler auch zehn Jahre Vorsitzender der Chorgemeinschaft war, ist für ihn nun Schluss. Er hat in dieser Zeit Herzen bewegt, Menschen zusammengeführt und gezeigt, wie lebendig Kirchenmusik klingen kann, wenn sie von Herzen kommt.
Irgendwann ist der Akku leer
„Mit einem weinenden und lachenden Auge lassen wir dich nun gehen“, sagte die Vorsitzende. Dass er 50 Jahre dem Chor die Treue halten werde, hatte sich Köhler am Anfang nie gedacht. „1976 bin ich eingetreten, doch der Grund war damals nicht die Liebe zum Gesang, sondern meine Ehefrau, die damals auch schon im Chor sang.“
1982 übernahm er für 30 Jahre die Leitung des Kirchenchors Unterbränd, ab 1990 in Wolterdingen. Es sei eine überwiegend schöne Zeit gewesen. Wenn man immer nur funktioniere, sei jedoch irgendwann der Akku leer, erklärte er.