Das traditionelle Gasthaus „Löwen“ in Ichenheim ist für seine verschiedenen Veranstaltungen bekannt. Nun steht fest, dass das Restaurant Ende des Jahres schließen wird. Foto: Nußbaum-Jacob

Das Ichenheimer Gasthaus schließt zum Jahresende. Besitzerin Erica Knappmann erklärt, warum es nicht weitergeht. Auch der langjährige Pächter Daniel Puff macht nicht weiter.

Konzerte, Kulturveranstaltungen, saisonale Küche und Open-Air Kino waren bislang fester Bestandteil von Ichenheim – den „Löwen“ gibt es bereits seit 1920. Zum Jahresende soll er nun schließen. Grund dafür sei die Kündigung des aktuellen Pächters Daniel Puff, seinerseits Koch der Gaststätte im Löwen.

 

„Wir hoffen, dass jemand seinen Betrieb weiterführen will“, sagt eine der Besitzerinnen des „Löwen“, Erika Knappmann, im Gespräch mit unserer Redaktion. In einer Erbengemeinschaft mit ihrer Schwester und ihrem Neffen hat sie die Veranstaltungsstätte bisher verwaltet. „Wir sind aber alle nicht vor Ort, ich selbst lebe gut 200 Kilometer weit weg und bin inzwischen 70 Jahre alt – irgendwann ist auch mal Schluss“, so Knappmann.

Die drei Erben hätten versucht, den „Löwen“ solange wie möglich zu erhalten und das Geschäft dabei so günstig wie möglich zu halten. Als Pächter Daniel Puff seinen Abschied ankündigte, entschieden auch Knappmann und ihre Familie sich für den Ausstieg.

Mit Immobilienmaklern gab es noch keine Gespräche

„Es wäre schön, wenn jemand das weiterführen möchte“, findet Knappmann. „Es müsste aber das ganze Ding sein, der Löwe, der Kulturverein und die Gaststätte gehören einfach zusammen.“ Auch ein Globus Weltladen und einige Wohnungen finden sich im Gebäude. Für sie könnten die Mietverträge bestehen bleiben, wenn die neuen Besitzer zustimmen.

Der Verkauf ist zwar beschlossene Sache, noch habe es aber keine Gespräche mit Immobilienmaklern gegeben – die Eigentümer stehen noch ganz am Anfang des Prozesses. Für Knappmann beginnt nun der Ruhestand. Sie blickt zurück auf eine spannende Zeit. „Wir haben uns in unserer Erbgemeinschaft immer gut verstanden und das gemeinsam gemeistert – das ist nicht selbstverständlich“, betont Knappmann.

Claudia Schnebel vom Vorstandsteam des Kulturvereins „Läwe im Lewe“ widersprach auf Anfrage der Redaktion der aktuellen Berichterstattung in der lokalen Presse. Sie betonte, dass das Vorstandsteam im Moment noch keine genauen Aussagen treffen könne , ob sich der Kulturverein auflösen werde oder nicht.

Die lange Geschichte des „Löwen“

Der Saal des Gasthauses musste 1920 neu gebaut werden. Viele Jahrzehnte diente er als Tanzsaal für die Bevölkerung, bis 1984 zusätzlich ein Lichtspieltheater errichtet wurde. Außerdem fanden bereits in den 1950er-Jahren Kinovorstellungen im „Löwen“ statt. Nachdem der alte Saal ursprünglich abgerissen werden sollte, folgte 1997 die Ausstellungseröffnung durch Christof Mayer und die Eröffnung des Globus-Weltladens. Der Kulturverein „Läwe im Lewe“ kam 2002 hinzu und brachte zahlreiche Veranstaltungen in das Gasthaus, die von Konzerten, Lesungen, Theater bis hin zu Ausstellungen reichen. Die Saaldecken wurden 2011 in einer großen Aktion gestrichen, 2017 übernahm der langjährige Koch im „Löwen“, Daniel Puff, den Gasthof.