Die Ortsverwaltung soll bald in die Dorfmitte Holzen umziehen. Für das bald leerstehende Alte Rathaus sucht die Stadt Kandern noch einen Käufer – offen ist, ob der Plan aufgeht.
Seit 2021 hat Holzen eine neue Dorfmitte – und das ist wortwörtlich gemeint. Der Gebäudekomplex „Dorfmitte“ entwickelt sich seitdem schrittweise zu einem zentralen Treffpunkt im Ort. Und das Konzept eines multifunktionalen Begegnungsorts scheint aufzugehen: Ein großer Teil der Veranstaltungen findet inzwischen hier statt. Bei der Hauptversammlung im April zog die Genossenschaft Dorfmitte Holzen eine positive Bilanz. Ein wichtiges Puzzleteil fehlt allerdings noch: der Umzug der Ortsverwaltung. Damit wäre die neue Dorfmitte endgültig im Zentrum des öffentlichen Lebens angekommen. Die Stadt Kandern hat sich für 430.000 Euro in die Genossenschaft eingekauft, um die Ortsverwaltung in der Dorfmitte unterzubringen. Bereits im Februar war der notarielle Vertrag mit der Stadt abgeschlossen worden. Jetzt, im Mai, soll das Geld an die Genossenschaft überwiesen werden.
Was wird aus dem Rathaus?
Zurück bleibt dann das Alte Rathaus. Noch werde es von der Verwaltung genutzt, deshalb stehe der genaue Umzugstermin noch nicht fest, teilte Kanderns Bürgermeisterin Simone Penner unserer Redaktion mit. In den nächsten Monaten solle es aber soweit sein, die Vorbereitungen liefen bereits auf Hochtouren.Eine neue Verwendung für das Rathaus gibt es auf Verwaltungsebene nicht. Außerdem braucht die Stadt Einnahmen – im Gedankenspiel um die Verlagerung der Ortsverwaltung spielen die städtischen Gebäude, die nicht mehr gebraucht werden, eine zentrale Rolle. Dazu zählt auch das alte Schulhaus. Der Gemeinderat hatte in der Vergangenheit gefordert, die Gegenfinanzierung des Umzugs durch den Verkauf bestehender städtischer Gebäude zu sichern.
Allerdings: Ob sich auch Käufer finden lassen, ist nicht ausgemacht. So ist zumindest das Alte Schulgebäude bereits seit mehr als drei Jahren auf dem Markt – ohne nennenswertes Ergebnis. Derzeit ist das Gebäude noch an die Black Forest Academy vermietet, die es als Internat nutzt.
Kreative Lösungen gesucht
Beim Alten Rathaus gibt sich die Kanderner Verwaltung betont ergebnisoffen. Das Gebäude wurde im Jahr 1964 errichtet und 1996 erweitert. Als Verwaltungsgebäude könnte es ohne größere Sanierung genutzt werden. Aber das scheint nicht die einzige Option zu sein, die sich die Stadt vorstellen kann. Gesucht werden laut Ausschreibung „vor allem Menschen, Unternehmen, Initiativen oder Projektträger mit Ideen, Visionen und Mut zur Weiterentwicklung“. Damit könnte vieles gemeint sein – Wohnungen, Büros, Gastronomie – aber auch die Bündelung verschiedener Nutzungen unter einem Dach. Details nennen oder Prognosen aufstellen möchte die Bürgermeisterin aber nicht. „Es gibt viele Ideen mit dem Objekt, aber Hellsehen kann man auf dem Immobilienmarkt nicht.“ Welche Pläne ein Interessent auch haben mag: Die Gemeinde ist bereit, Wünschen entgegenzukommen und „die Fläche nach den Bedürfnissen der eingehenden Kauf- und Nutzungsinteressen im Rahmen einer zukünftigen Bauleitplanung weiterzuentwickeln“, heißt es in der Ausschreibung auf der Kanderner Internetseite. Ob nun eines der Gebäude verkauft wird oder nicht – der Umzug in die Dorfmitte steht fest. „Das ist beschlossene Sache“, sagt Penner gegenüber unserer Redaktion. Es sei schließlich nicht logisch, erst eine alte Verwaltung zu verkaufen, bevor man in eine neue umziehe. „Vielmehr ist es doch genau umgekehrt.“