Die Baustelle liegt im Moment brach – Bauzäune und weiteres wurden auf der Baustelle des Eschelen-Carrés zurückgebaut. Foto: Marc Eich

Auf der Baustelle des Eschelen-Carrés herrscht noch immer Stillstand. Der fehlende Baufortschritt löst mittlerweile nicht nur bei Anwohnern Unwissenheit aus. Der CDA-Kreisvorsitzende Gottfried Schmidt wendet sich jetzt mit einem Hilferuf zu dem Bauprojekt an Oberbürgermeister Jürgen Roth – die Stadt gibt sich auf Anfrage hingegen aber diplomatisch.

Auf der Baustelle des Eschelen-Carrés, wo eigentlich unter anderem eine Kindertagesstätte, Wohnungen sowie ein Lebensmittelmarkt entstehen sollen, ist Ruhe eingekehrt. Von Bauzäunen, Gerüsten oder Handwerkern ist in diesen Tagen nichts mehr zu sehen.

 

Nachdem im April von Unstimmigkeiten zwischen Handwerkern und Bauträgern die Rede war, wurde der stockende Baufortschritt im Mai auch im Gemeinderat thematisiert. Damals hatte die Stadträtin Maria Noce sich nach der Wiederaufnahme der Baustelle erkundigt und dass es doch geheißen habe, „es werde in Kürze weitergebaut.“

Das bestätigte Baubürgermeister Detlev Bührer in dieser Sitzung des Gemeinderats auch und versicherte, dass dem Baufortschritt aus Sicht der Stadtverwaltung und auch „irgendwelche Regularien“ betreffend nichts im Wege stehen würde: „Aus baurechtlicher Sicht könnte jederzeit gebaut werden“, äußerte sich Bührer im Gemeinderat. Doch Anwohnern lässt der Anblick der mutmaßlich brach liegenden Baustelle keine Ruhe, in regelmäßigen Abständen wenden sie sich mit Nachfragen diesbezüglich an die Redaktion.

„Da oben ist jetzt komplett alles blank“

Innerhalb von ein paar Tagen sei ein 40-Tonner dagewesen mit einem Teleskoplader, man habe sämtliches Baumaterial, Gerüste, Baugegenstände und Baumaterialien weggefahren, geht aus einer Sprachnachricht eines Anwohners hervor.

Die Wände des Eschelen-Carrés sind teilweise mit Spanplatten verschlossen. Foto: Marc Eich

„Da oben (beim Eschelen-Carré, Anm. d. Red.) ist jetzt komplett alles blank, die Wände drum rum sind mit Spanplatten verschraubt, dass man nicht reinkommt zum Teil. Und kein Gerüst ist mehr dran und gar nichts mehr. Also wirklich, da ist komplett leer“, wird der Redaktion berichtet.

Ein hoffnungsloses Signal?

Diese Beobachtungen decken sich mit denen des CDA-Kreisvorsitzenden Gottfried Schmidt, dem das Eschelen-Carré nach eigener Aussage sehr am Herzen liege. Bereits am 4. August hat er eine E-Mail an die Redaktion geschickt mit Fotos vom Abbau des Bauzauns, „einem Signal, das keine Hoffnung macht“, wie Schmidt es in der Mail formuliert. An Pfingsten habe er beobachtet, wie das Baugerüst abgebaut worden sei, dokumentiert mit E-Mails an die Redaktion.

Von Bauzäunen oder Gerüsten ist nichts mehr zu sehen. Foto: Marc Eich

Und auch jetzt hat sich Gottfried Schmidt erneut sowohl bei der Redaktion als auch beim Oberbürgermeister Jürgen Roth mit einem „Hilferuf“ gemeldet.

In diesem schreibt der CDA-Kreisvorsitzende Folgendes: „Obwohl mir das nötige Hintergrund-, und Fachwissen fehlt, ist mir seit langem klar, beim Eschelen-Carré läuft was gewaltig schief. Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass sich zahlreiche Anwohner bei mir erkundigen, ob die Stadt nichts unternehmen kann, damit die Bautätigkeit wieder aufgenommen wird. Ich gehe fest davon aus, besser gesagt, ich wünsche mir, dass die Stadt alles unternimmt, was in ihrer Möglichkeit steht, damit das im Rohbau befindliche Gebäude baldmöglichst fertiggestellt werden kann.“

Kann die Stadt den Rohbau übernehmen?

Weiter macht Schmidt den Vorschlag, die Stadt solle doch eigenständig den Rohbau übernehmen, auch „wenn das ein unerfüllbares Wunschdenken“ sei. Auch bittet Schmidt in dem Schreiben an den Oberbürgermeister, die Anwohner zu einem Informationsgespräch einzuladen.

Die Verantwortlichen des Eschelen-Carrés rund um den Bauherren hüllen sich dabei auf Anfrage der Redaktion in Schweigen und geben an, die Presse erst wieder zu informieren, wenn die Arbeiten fortgeführt werden würden.

Im Moment „laufen Gespräche“

„Die Entwicklungen bezüglich des Eschelen-Carrés verfolgt die Stadt sehr genau, unter anderem auch den Rückbau des Gerüsts, und befindet sich weiterhin im Austausch mit dem Bauherrn“, gibt sich die Stadt durch Pressesprecher Patrick Ganter derweil auf Anfrage der Redaktion diplomatisch. Ganz aktuell gebe es Gespräche mit dem Bauherren, zeitnah sollen weitere folgen, so Patrick Ganter weiter. „Der Bauherr wurde zudem bereits aufgefordert einen Bauleiter zu benennen, und der Bauherr hat die Benennung auch bereits zeitnah angekündigt“, führt Ganter weiter aus und versichert weiter: „Die Verantwortlichen betonen gegenüber der Stadt, dass sie weiterhin großes Interesse am Abschluss des Projekts haben. Das ist nach wie vor auch das Ziel der Stadt. Insbesondere durch den Bau einer Kita ist sie ja auch selbst direkt von der Situation betroffen.“

Die Stadt gibt auf Anfrage an, dass seitens des Baurechtsamts die Absicherung der Baustelle veranlasst worden sei. Foto: Marc Eich

Seitens des Baurechtsamts seien gegenüber dem verantwortlichen Bauherren die notwendigen verwaltungsrechtlichen Maßnahmen bezüglich der Absicherung der Baustelle veranlasst worden. Ebenso sei über das Bürgeramt gewährleistet, dass beauftragte Handwerksunternehmen Zugang zum Gelände erhalten würde, schließt Patrick Ganter ab.