Mit rund 150 Zuhörern war der Infoabend gut besucht. Foto: Axel Dach

Der Arbeitskreis „Nahversorgung Dörlinbach“ stellte die Ergebnisse seiner Umfrage vor, bei der 736 Menschen mitgemacht haben.

Rund 150 Besucher kamen zur Versammlung, um sich über die Ergebnisse der Bürgerumfrage zur künftigen Nahversorgung zu informieren. Hintergrund ist die bevorstehende Schließung des Geschäfts IK Griesbaum in der Hauptstraße, in dem die Dörlinbacher an sieben Tagen in der Woche Lebensmittel und Getränke einkaufen können. Im Ort geht es jetzt darum, Lösungen zu finden, wie es mit der Lebensmittelversorgung danach weitergehen soll.

 

Das große Interesse an der Bürgerversammlung zeige, wie wichtig das Thema für die Bevölkerung sei, betonte Andrea Fehrenbacher vom Arbeitskreis Nahversorgung bei der Begrüßung. Sie machte deutlich, dass der Arbeitskreis an diesem Abend noch keinen konkreten Plan vorstellen werde. Zunächst gehe es darum, die Ergebnisse der Umfrage transparent zu präsentieren. Weitere Ideen und Fragen könnten im Anschluss eingebracht werden.

Die Meisten wollen einen kleinen Dorfladen mit Poststelle

Nach Grußworten von Bürgermeister Matthias Litterst stellte Anton Kopf vom Arbeitskreis die Ergebnisse der Befragung vor, die die Anwesenden parallel auf einer Leinwand verfolgen konnten. 736 Menschen aller Altersgruppen hatten sich an der Umfrage beteiligt: 403 Rückmeldungen kamen aus Dörlinbach, 229 aus dem Ortsteil Schuttertal, 78 aus Schweighausen, 26 Rückmeldungen gingen von außerhalb ein.

Andrea Fehrenbacher (von links), Anton Kopf und Lisa Wacker stellten die Umfrageergebnisse vor. Foto: Axel Dach

Als „sehr wichtig“ stuften 51 Prozent der Teilnehmer eine Nahversorgung im Ort ein, „wichtig“ kreuzten 42 Prozent an. Die meisten der Umfrageteilnehmer wünschen sich einen kleinen Dorfladen mit Poststelle. Rund 15 Prozent könnten sich zusätzlich ein Café oder Bistro, das im Laden integriert ist, vorstellen, 13 Prozent kreuzten das Konzept Regiomat oder Selbstbedienungsladen an.

Wichtig sind vielen Bürgern ein kurzer Weg zum Laden sowie regionale Produkte und die Kenntnis ihrer Herkunft. Viele könnten sich zudem vorstellen, den Dorfladen auch als Treffpunkt zu nutzen. Bei den gewünschten Produkten liegen Backwaren vorne, die viele zwei- bis dreimal pro Woche kaufen würden.

Getränke, Milchprodukte sowie Fleisch- und Wurstwaren würden viele etwa einmal bis zweimal pro Woche einkaufen, ebenso Obst und Gemüse. Rund 70 Prozent der Umfrageteilnehmer erklärten außerdem, für regionale Produkte bis zu etwa zehn Prozent mehr bezahlen zu wollen.

Auch die mögliche Beteiligung der Bevölkerung wurde abgefragt. Bei der Entwicklung eines neuen Ladens wären rund 100 Personen bereit mitzuhelfen. Anton Kopf merkte an, dass das erfreulich viele seien. Weitere 40 Prozent der Umfrageteilnehmer antworteten mit „vielleicht“. Sollte ein Dorfladen als Genossenschaft organisiert werden, könnten sich 32 Prozent eine finanzielle Beteiligung mit einer Einlage vorstellen, 38 Prozent kreuzten „vielleicht“ an.

Lisa Wacker vom Arbeitskreis stellte außerdem drei mögliche Ladenkonzepte vor, die nun vom Arbeitskreis näher geprüft werden sollen – und zwar sind das Mini-Edeka 24/7, „Tante M“ und „Tante Enso“.

Andrea Fehrenbacher erläuterte die Vor- und Nachteile eines Einzelunternehmens und eines Genossenschaftsmodells. Grundsätzliche bräuchte es für ein Genossenschaftsmodell zum einen ein sehr hohes ehrenamtliches Engagement der Bürgerschaft, außerdem erfordere eine Umsetzung viel mehr Zeit als für ein Einzelunternehmen.

Ein möglicher Dorfladen in Form eines Genossenschaftsmodelles könnte daher frühestens gegen Ende 2027 realisiert werden, schätzte sie, hingegen sei ein Einzelunternehmen durchaus schneller realisierbar. Nach der Versammlung konnten Bürger auf Stellwänden weitere Ideen notieren und Fragen stellen. Zum Abschluss dankte Bürgermeister Litterst dem Arbeitskreis für seinen Einsatz.

So geht es weiter

Der Arbeitskreis will sich nun mit den einzelnen Konzepten intensiv beschäftigen und die Bürger zu gegebener Zeit über die weiteren Schritte informieren. Die Umfrageergebnisse können auf der Homepage der Gemeinde unter www.schuttertal.de eingesehen werden.