Der Gütenbacher Gemeinderat diskutiert über Ladepunkte für Elektroautos und Carsharing. Wege hin zu mehr Klimaneutralität sollen beschritten werden.
Wie kann man in Gütenbach die Elektro-Mobilität steigern? Was sind die Voraussetzungen, dass die Bürger im Blick auf den Klimaschutz mehr Interesse daran haben, ein E-Auto anzuschaffen und zu nutzen?
Zu Gast war im Gütenbacher Gemeinderat die Koordinatorin für Mobilität und Klimaschutz im Landratsamt Schwarzwald-Baar, Anne Megna. Diskutiert wurden unter anderem mögliche Ladestationen für E-Autos in Gütenbach oder auch Alternativen wie Carsharing.
Nach dem Klimaschutzgesetz des Landes von 2023 muss jeder Landkreis einen solchen Koordinator für Mobilität und Klimaschutz einstellen. Ziel ist es, dass dieser die Gemeinden des Landkreises beim Ausbau der nachhaltigen Mobilität unterstützt. Zum Mai 2024 übernahm Anne Megna im Landratsamt Schwarzwald-Baar neu diese Aufgabe.
Im Blick auf die für 2045 angestrebte Klimaneutralität muss im Land im Bereich Verkehr das Verkehrsaufkommen reduziert und der Straßenverkehr möglichst schnell elektrifiziert werden. Wesentlicher Hintergrund dafür ist dann die entsprechende bedarfsgerechte und zuverlässige Infrastruktur.
Aktuell werden die E-Autos zu 80 Prozent im privaten Bereich geladen. Aber bis 2030 müssen in Baden-Württemberg noch bis zu 160 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet werden. Dabei haben die Kommunen eine zentrale Rolle. Ein weiteres Standbein für die umweltfreundliche Mobilität ist das Carsharing: Ein solches Fahrzeug ersetzt bis zu 20 private Pkw, so eine Studie.
Warum Carsharing?
Der Schritt vom privaten zum Carsharing-Auto scheint riesengroß. Gründe sind hier die Entfernungen der Standorte, die Verfügbarkeit, die Angst vor geringer Reichweite und die fehlende Ladeinfrastruktur. Nun ging es darum, ob in Gütenbach durch die Gemeinde zusätzliche Ladepunkte für E-Autos installiert und eventuell auch ein Carsharing-Konzept realisiert werden können.
Für den Aufbau von Ladepunkten hat die Gemeinde die Möglichkeit, sich im Flächentool des Bundes einzustellen, wo dann private Anbieter Angebote für solche von ihnen betriebenen Ladepunkte abgeben können.
Flächentool des Bundes
Außerdem will die Kommune mit einer Potenzialanalyse die mögliche Einführung von Carharing in Gütenbach prüfen. Bürgermeisterin Lisa Hengstler machte deutlich, dass beispielsweise auf dem Parkplatz am neuen Gemeindezentrum oder an der Halle ein solche Ladestation eingerichtet werden könnte, wofür die Gemeinde dann auch den Standort zur Verfügung stellen würde.
Für ein Carsharing würde sich, so Anne Megna, die Möglichkeit anbieten, dass größere Unternehmen in der Kommune oder auch die Gemeindeverwaltung selbst ein Firmenfahrzeug anschaffen, das dann abends und am Wochenende über Carsharing der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Lorenz Wiehl legte dabei Wert darauf, dass an solchen öffentlichen Ladestellen auch eine entsprechende Leistung bereitgestellt werden muss, da diese sonst stundenlang von einem einzigen Fahrzeug blockiert wird.
Umfrage bei Bürgern?
Michael Eschle regte eine Umfrage unter der Bevölkerung an. Vor allem, so Anne Megna, sei erst einmal ein Anfang von Bedeutung.
Mit der Zeit spreche sich das neue Angebot wie E-Ladesäulen oder Carsharing herum und werde dann auch immer mehr genutzt.