Diese Schülerinnen des MGG sind bei den Experimentierworkshops mit Begeisterung bei der Sache. Foto: Kirsten Gockel

Ob Medizin, Wohnen oder Mobilität – in vielen Bereichen unseres Alltags ist Technik allgegenwärtig. Welche Berufe dahinterstecken, und welche Ausbildungs- oder Studienwege im sogenannten MINT-Bereich eine gute Zukunft versprechen, erfuhren Schüler am Martin-Gerbert-Gymnasium in Horb.

Zwei Coaches des landesweiten Bildungsprogramms Coaching4Future kamen zwei Tage lang mit viel Technik zum ausprobieren und Experimentierworkshops ins Klassenzimmer.

 

Der Begriff „MINT“ steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und umfasst Disziplinen, die gerade für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg mit seinen vielen Industrie- und Technologie-Unternehmen von Bedeutung sind. Welche Berufe dort besonders gefragt sind, zeigten die beiden Coaches Leonie Goldberg und Cornelia Mattern in Horb.

Bereits seit 2008 engagiert sich die Baden-Württemberg Stiftung auf diesem Weg gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit für den Fachkräftenachwuchs. Und auch am Martin-Gerbert-Gymnasium gehören die Veranstaltungen der Coaches bereits seit vielen Jahren zum festen Programm des Berufsorientierungsangebots. Erstmals 2010 besuchte ein Team die Schule.

Vortrag orientiert sich am aktuellen Stand der Technik

Die vorgestellten Themen und Berufsfelder haben sich seitdem mehrfach geändert, wie Cornelia Mattern berichtet: „Wir achten darauf, dass sich unser Vortrag immer am aktuellen Stand von Forschung und Technik orientiert und ein realistisches Bild davon vermittelt, welche Berufe von Unternehmen besonders gesucht werden.“

Aber auch die Interessen der Jugendlichen selbst stehen im Mittelpunkt. So durften sie sich gleich zu Beginn jeweils zwei Themengebiete für die kommenden 90 Minuten aussuchen. Groß war etwa die Neugier auf die Frage, wie die Menschen künftig wohnen werden. Die Coaches zeigten, wie Häuser in Zukunft schnell und kostengünstig mit einem riesigen 3D-Drucker gebaut werden könnten oder wie Ingenieurinnen und Ingenieure im Forschungsfeld der Bionik leichte und ressourcenschonende Baustoffe nach dem Vorbild der Natur entwickeln.

An zwei Tagen haben die Schüler die Möglichkeit, mehr über MINT-Berufe zu erfahren. Foto: Kirsten Gockel

Anhand solcher Beispiele wurde den Schülern veranschaulicht, wie viele unterschiedliche Berufe an innovativen Technologien mitarbeiten. Studienfächer wie Technologiemanagement und Technische Informatik oder Ausbildungsberufe wie Baustoffprüfer wären ohne solche praktischen Einblicke wenig eingängig.

Schüler lösen einen fiktiven Kriminalfall

Noch mehr in die Praxis ging es beim anschließenden Workshop, der die Schulklasse vor einen fiktiven Kriminalfall stellte: Der reiche Graf von Mondstein wurde mit einem Kerzenleuchter ermordet. Nun lag es an den Jugendlichen, den Fall innerhalb von 60 Minuten zu lösen und herauszufinden, wer hinter dem Verbrechen steckt. Dabei nutzten sie verschiedene forensische Techniken, wie die Analyse von Haarproben unter dem Mikroskop, die Untersuchung von Blutspuren mit Schwarzlicht und die genaue Betrachtung und Vergleichung von Fingerabdrücken. Auch digitale Technologien wie eine Handyortung kamen zum Einsatz.

„Wir freuen uns besonders, dieses Jahr ein neues Element von C4F ausprobiert zu haben, den Workshop zum Thema Forensik. Die Rückmeldungen der Schüler waren durchweg positiv, sie hätten nur gerne mehr Zeit gehabt, den Mordfall zu lösen und damit auch einen authentischen Einblick in Naturwissenschaften in der Rechtsmedizin zu bekommen“, sagt Kirsten Gockel als betreuende Lehrkraft.

Die Schüler durften sich Themengebiete aussuchen. Foto: Kirsten Gockel

Krimi-Atmosphäre und Forschungseifer

Die Verbindung von Krimi-Atmosphäre und Forschungseifer begeisterte die jungen Teilnehmer. Durch das spielerische Tüfteln und die praktische Anwendung von Wissen soll deutlich werden, wie technisch-naturwissenschaftliche Methoden in Berufen angewendet werden, die oftmals nicht auf den ersten Blick etwas mit dem MINT-Bereich zu tun haben.

Coach Leonie Goldberg, die selbst Erfahrung als Biologielehrerin hat, freute sich vor allem über das große Interesse der Schulklassen: „Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler für Technik und Wissenschaft ist für uns selbst auch immer wieder ansteckend.“