Das Obergeschoss des neuen KulTurms darf nach Herzenslust mit Kultur bespielt werden – die Aussichten sind gut. Foto: Christine Seizinger

Ein Stadt-Raum für Ideen soll er sein, der neue KulTurm in der Ebinger Innenstadt, im Haus, in dem einst „Mode am Turm“ daheim war, und gleich neben dem Wahrzeichen der Stadt, dem Bürgerturm. Aber was steckt eigentlich drin?

Unten Lesecafé, oben Raum für Kunst und Kultur: Der KulTurm ist rund, gläsern, nach allen Seiten offen und ein ein auffälliges Gebäude. Das ehemalige „Mode am Turm“ ist frisch gestrichen, Fensterscheiben ausgetauscht und sanitäre Anlagen aufgewertet. Auf Vordermann bringt das Interieur Eigentümer Yasin Simsek selbst.

 

Doch gemietet hat das Haus die Stadt: „Die Attraktivierung unserer Innenstadt Ebingen ist ein maßgebliches Ziel des Bundesförderprogramms ‘Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren‘ und des Zielbilds“. erklärt Oberbürgermeister Roland Tralmer. „Deshalb hat die Stadt Albstadt dieses exponierte Gebäude angemietet und möchte es in einer Pop-up-Installation mit neuem Leben erwecken und umfunktionieren zum Kultur-Turm mit Lesecafé – kurz KulTurm.“

Die Veränderung Albstadts soll sichtbar für alle sein

Er soll Abwechslung und sichtbare Veränderung in die Stadt bringen, etwa über auffällige Installationen innen und außen, Lichtinszenierungen, das Lesecafé, eine ansprechende Stätte für Begegnung, Kunst und Kultur, für Interessensgruppen, Unternehmen und Vereine, Schulen, Museen und die Stadtbücherei.

Das markante Gebäude sei als Ort für besondere Anlässe, Konzerte, Empfänge, Lesungen, Workshops und Feierlichkeiten mitten im Herzen Ebingens prädestiniert, freut sich Tralmer.

„Durch die Belebung des KulTurms soll greifbar, nahbar und erlebbar werden, dass sich Albstadt in einem Transformationsprozess befindet, dass etwas passiert, mitten in Albstadt – für alle Generationen, für Familien, aber auch für Kunst- und Kulturschaffende, für Gewerbetreibende und Unternehmen sowie für Vereine“, betont Christine Seizinger von Contento PR, die die Umsetzung des Konzepts angestoßen, mit dem Eigentümer und der Stadt verhandelt hat und nun die Realisierung betreut – in enger Kooperation mit Stadtplanungsamtsleiter Axel Mayer, seiner Kollegin Ronja Schumacher und Kulturamtsleiter Martin Roscher. Ideen kamen außerdem von Städträten, etwa Marianne Roth, Olaf Baldauf und Markus Ringle.

Vorerst ist das Experiment an die Laufzeit des ZIZ gekoppelt

Das gelebte Experiment soll vorerst bis zum Ende des ZIZ-Förderprogramms, also bis August 2025, laufen. Das Lesecafé im Erdgeschoss dürfen Schulen, Vereine, Kitas, die ehrenamtlichen Lesepatinnen um Ursula Baumgärtner, Buchhändler, Museen, das Kinder- und Jugendhaus oder Rentnerinitiativen bespielen. Eine kleine Kaffee- und Teeküche mit Spülmaschine und einem Getränkekühlschrank stehen bereit. Bastel- oder Spielenachmittage, Kinderbuchlesungen, Märchenerzählungen, Kasperletheater und Workshops haben dort Platz.

Veranstalter erhalten für den Tag respektive die Stunden ihrer Veranstaltung einen Schlüssel und organisieren alles selbst.

Der offene Raum im Obergeschoss mit variablen Bühnenelementen, Stühlen und Stehtischen soll vorrangig für Abendveranstaltungen mit bis zu 80 Personen genutzt werden: von Ausstellungen über Poetry Slams und Lesungen bis zu kleinen Konzerten ist alles denkbar. Firmen sind willkommen, dort Empfänge, Ausstellungen oder Workshops zu veranstalten, Vereine können Vorstandstreffen abhalten. Catering und Getränke können dort angeboten werden.

„Mut zu Neuem – und die Innenstadt beleben“

„Den Vorstellungen der Bürger aus dem Zielbild, die Aufenthaltsqualität zu steigern, konsumfreie Aufenthaltsplätze zu kreieren, Mut zu Neuem zu haben und die Innenstadt zu beleben, wird damit entsprochen“, bekräftigt Axel Mayer. Eine Ausschreibung für die Innenraumkonzeption dieser Stadträume läuft im Moment.

Die Realisierung soll direkt nach der Vergabe Ende November oder Anfang Dezember beginnen und Mitte Januar fertig sein – dann folgt eine Eröffnungsfeier.