Myriam (links) und Philipp Lisch aus Brigachtal nehmen an der Umfrage zur zukünftigen Bäderlandschaft teil und übergaben Andrea Herdin am BVS-Stand in Schwenningen ihre Anregungen. Foto: Heinig

Noch bis zum 30. September läuft die Umfrage der Stadt zur Zukunft der Bäderlandschaft in Villingen-Schwenningen. Am Samstag gab es dazu in Schwenningen Informationen und eine Einladung zur Teilnahme.

Gut 3000 Bürger haben sich laut Christian Helbig von der Bäder GmbH (BVS) bereits zu den Fragen der Ausstattung eines möglichen neuen Hallenbades geäußert, das aufgrund des maroden Villinger Hallenbades jetzt in den Fokus rückt.

Er verrät vorab, dass sich bislang die Mehrheit für eine Röhrenrutsche zu Mehrkosten in Höhe von einer Million Euro ausgesprochen habe, bei einer gleich teuren Sauna sei das Stimmungsbild hingegen nicht so eindeutig. Auch zur Länge des Schwimmbeckens – 25 oder 50 Meter – sowie einem Sprungturm zeichnet sich bislang kein eindeutiges Ergebnis ab.

Sorgen um Neckarbad

Dagegen machen sich die Menschen in Schwenningen vor allen Dingen Sorgen um ihr seit 2003 bestehendes Neckarbad. Am Rande des Wochenmarktes vor dem City-Rondell informierten Christian Helbig und seine Kollegin Andrea Herdin am Samstag interessierte Bürger und nahmen Anregungen in Empfang, für die der Umfragebogen auch Platz bietet.

Sie hätten heulen können

Marianne Hoss erinnert sich noch mit Grausen an den letztlich erfolglosen Kampf um das Schwenninger Freibad, an dem sie seinerzeit aktiv mitwirkte. „Ich hätte damals heulen können“, sagt sie. Quasi aus Protest hat sie das Neckarbad nie angenommen, besucht vielmehr wöchentlich das Hallenbad in Bad Dürrheim und macht sich im Sommer mittels öffentlichen Nahverkehr auf den Weg ins Rottweiler Freibad. Sie plädiert für ein gut erreichbares Bad im Zentralbereich, „das möglichst viel für Kinder bietet“.

„Kommt zu spät“

Ein Herr, der namentlich nicht genannt werden will, hält diese Lösung auch für die beste, nur kommt sie für ihn viel zu spät. „Das hätte man viel früher schon so machen sollen“, sagt er, „und nicht erst ins Neckarbad und dann auch noch ins Kneippbad investieren“.

Viel für Kinder tun

Sie könne seit einiger Zeit aus gesundheitlichen Gründen zwar nicht mehr schwimmen gehen, sagt eine 58-jährige Dame, aber sie wünsche sich dennoch für jeden Stadtteil ein eigenes Bad mit einem möglichst umfangreichen Spiel- und Sportangebot für Kinder und Jugendliche. Nicht jede Familie habe die Möglichkeiten und Mittel dazu, dafür weite Wege zurückzulegen. Auch sie sieht als das „größte Ärgernis“ die Tatsache an, dass Schwenningen kein eigenes Freibad mehr hat.

Würden auch weiter fahren

Myriam und Philipp Lisch wohnen mit zwei kleinen Kindern in Brigachtal. Auch für sie muss ein Schwimmbad vor allem für Kinder etwas bieten, vom Wickeltisch über Familienumkleiden bis hin zu gut erreichbaren Kindertoiletten, „am besten sogar hinter einer Sichtschutzwand direkt in der Halle“, lautet ein konkreter Vorschlag. Der Standort ist der Familie dabei egal. „Wenn das Angebot stimmt, fahren wir gerne auch etwas weiter“.

Großes Interesse

„Das Interesse war groß“, resümiert Helbig nach sechs Stunden Dienst am Info-Stand. Viele Menschen glaubten, es gehe bei der Umfrage bereits um den Standort eines neuen Bades. Darüber entscheiden die Bürger jedoch erst am 9. Juni 2024 bei einer offiziellen Abstimmung, bei der die Stadtverwaltung dann auch örtliche Möglichkeiten anbieten und ausloten will, ob die Bürgerschaft einen Ersatzbau für das Villinger Hallenbad oder ein Bad für alle zwischen den beiden Stadtkernen wünscht. Dafür stehen Kosten zwischen 25 beziehungsweise 40 bis 60 Millionen Euro im Raum.

Am kommenden Samstag, 23. September, wird der BVS-Stand noch einmal aufgeschlagen. Dann in der Villinger Rietstraße am Durchgang zum Münster.