Der Interessenverband Gäu-Neckar-Bodenseebahn unterstreicht: Die Kappung der Gäubahn muss verschoben werden.
Die Schwierigkeiten der Bahn mit S 21 werden seit Tagen auch in Horb diskutiert: Die Teileröffnung von Stuttgart 21 verzögert sich auf unbestimmte Zeit, der ursprüngliche Termin Ende 2026 wird nicht eingehalten. Grund seien technische Probleme, vor allem beim digitalen Leit- und Sicherungssystem. Laut Bahnchefin Evelyn Palla soll es jetzt Untersuchungen geben.
Beim Interessenverband Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn hatte man bereits vor der öffentlichen Bekanntgabe Anzeichen für Verzögerung beim Start von Stuttgart 21 gesehen. Vorsitzender Guido Wolf erklärte für diesen Fall: „Sollte sich der Start von S 21 weiter verzögern, muss auch die Kappung der Gäubahn verschoben werden.“
Nachdem Medien in diesen Tagen von der Verzögerung der Inbetriebnahme des Schienengroßprojekts Stuttgart 21 berichtet hatten, erörtert der Interessenverband Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn mögliche Folgen für die Gäubahn.
Bisherige Planung
Bislang wurde von einer für Ende 2026 geplanten Teileröffnung von Stuttgart 21 ausgegangen, wobei Teile des Regionalverkehrs, darunter auch die Gäubahn, noch bis 2027 im alten oberirdischen Kopfbahnhof enden sollten.
Den Beginn der bevorstehenden Unterbrechung der Gäubahnstrecke zum Stuttgarter Hauptbahnhof in Stuttgart-Vaihingen mit dortigem Umstieg auf die S-Bahn hatte die Bahn bislang auf März 2027 angekündigt. Die Kappung sei nötig, bis die Gäubahnanbindung an den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof über den Flughafen fertiggestellt ist. „Der Unmut darüber bei den Gäubahnanliegern ist verständlicherweise nach wie vor groß, auch wenn die vorausgegangenen Verzögerungen bei Stuttgart 21 bereits eine Verschiebung des Starts der Gäubahn-Unterbrechung von ursprünglich 2025 auf das Jahr 2027 bewirkt hätten“, so Guido Wolf.
Für den jetzt eingetretenen Fall, dass sich der Start von S 21 weiter verzögert, fordert Wolf auch eine Verschiebung der Gäubahn-Kappung. Es wäre die logische Konsequenz und es sei niemandem vermittelbar, wenn zwar der neue Bahnhof später an den Start ginge, der Süden gleichwohl vorzeitig abgehängt würde, so Wolf. Und weiter: „Wir erwarten hierzu ein klares Bekenntnis der Bahn, sobald über den Start des Bahnprojekts final entschieden wird.“
Imageschaden droht
„Wir müssen die Unterbrechung der Gäubahn in Stuttgart-Vaihingen so kurz wie möglich gestalten. Das Image der Gäubahn darf nicht noch weiter beschädigt werden. Jedes Jahr einer Unterbrechung kostet Fahrgäste“, mahnt Guido Wolf. Dass die Gäubahn direkt an den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof angebunden wird, setzt den Bau des Pfaffensteigtunnels von Böblingen zum Stuttgarter Flughafen voraus. Dessen Fertigstellung ist für 2032 geplant.