Nur maximal 44 Minuten bis Hechingen – und Mühringen bekommt neuen Haltepunkt: Wird die Eyachtalbahn reaktiviert? Positive Nachricht: Der Staat bezahlt 95 Prozent der Kosten. Doch es gibt auch Kritik: Warum wird ein wichtiger Knotenpunkt abgeschnitten?
Da kann man nur noch ja sagen, oder? Martin Körner und Moritz Biechele vom Verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart haben im Ausschuss für Verwaltung und Technik gesagt, was die Eyachtalbahn für Horb bedeuten würde.
Die beiden Bahn-Experten stellen ihre Machbarkeitsstudie vor (zuvor hatten sie das schon Haigerloch getan): „Die aktuellen Fördersätze geben 95 Prozent der Investitionskosten her. Dazu überschreitet die mittlere Streckenbelastung rund 790 Personenkilometer und somit den vom Land vorgegebenen Grenzwert von 750 für eine vollständige Übernahme der Betriebskosten.“
„Ein weiteres Plus“
Kein Wunder, dass Bürgermeister Ralph Zimmermann findet: Das ist ein Angebot, das man kaum ablehnen kann. Zimmermann: „Eine Weiche, an die wir anknüpfen sollten. Die zusätzliche Infrastrukturverbindung nach Hechingen ist ein weiteres Plus, was wir für Horb verbuchen könnten.“
Auch FD/FW-Fraktionschefin Margarethe Rebholz findet: „Damit wird der Bahnknotenpunkt Horb noch attraktiver.“ Gut: Die Fahrzeit zwischen Horb und Hechingen wird – so die Berechnung der Experten – statt bisher 56 Minuten im Freizeitverkehr sonntags nur noch 44 bis 46 Minuten betragen. Aber: Dafür fällt der Halt am Bahnhof Eyach weg.
Nur mit einer Verbindungskurve um Eyach herum sind die Fahrzeitverbesserungen zu schaffen, so die Experten. Pluspunkt: Mit der Eyachtalbahn würde Mühringen einen neuen Haltepunkt bekommen.
SPD ist nicht zufrieden
SPD-Fraktionschef Thomas Mattes: „Für unsere Fraktion ist das nicht befriedigend. Eyach ist auch ein kleiner Knotenpunkt Richtung Tübingen und Rottenburg. Wenn der nicht bedient werden würde, wäre das nachteilig. Für Horb ist es erfreulich, dass Mühringen wieder einen Haltepunkt bekommt – auch für den Schülerverkehr.“
Experten: Kurve bringt mindestens sechs Minuten
Die Bahn-Spezialisten Körner und Moritz Biechele betonen, dass die vorgelegte Variante mit der Kurve um den Bahnhof Eyach die beste Variante sei. Körner: „Mit der Kurve gibt es deutlich mehr Nutzen. Die bringt mindestens sechs Minuten Fahrzeit. Ein zusätzlicher Halt hinter der Kurve zur Kulturbahn macht aus heutiger Sicht keinen Sinn. Eher ein Umstieg in Mühlen, wenn der reibungslos angebunden werden kann.“
OGL-Fraktionschef Wolf Hoffmann will wissen, welche Kosten auf die Kommune zukommen. Bürgermeister Zimmermann: „Das macht der Zweckverband Regionalstadtbahn Zollern Alb. Umgerechnet auf die Gesamtkosten bleiben gut 3,9 Millionen Euro übrig, die auf die beteiligten Kommunen – also auch Horb – verteilt werden.“