Die beschädigte Bahn war nach der Kollision nicht mehr fahrtauglich. Foto: Gönner

Am Montagabend ist es kurz vor dem Schwenninger Bahnhof zu einem Zugunfall gekommen. Bei einer Kollision der Bahn mit einem Einkaufswagen kam es glücklicherweise nur zu einem Sachschaden. Eine der Insassen schildert, wie sie den Zusammenprall erlebt hat.

VS-Schwenningen - Es war Montagabend, kurz nach 20 Uhr, als Sabine Gönner in der HZL-Bahn in Richtung Schwenningen saß. Wenige hundert Meter vor der Ankunft am Zielbahnhof endete die Reise allerdings: "Ich war auf dem Nachhauseweg, als es plötzlich einen Schlag tat, es unter dem Zug polterte und wir mit dem Wagon hüpften", beschreibt die Schwenningerin ihre Wahrnehmung im Zug.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Gründe für sie noch vollkommen unklar. Erst anschließend stellte sich heraus, dass die Bahn mit einem auf dem Gleis abgestellten Einkaufswagen kollidiert war und diesen überfahren hat, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Der Zugführer hatte laut Polizeiangaben keine Chance, vor dem Einkaufswagen noch zum Stehen zu kommen. Die Folge war eine kaputte Hauptluftleitung, weshalb eine Weiterfahrt für rund eineinhalb Stunden nicht mehr möglich war. Glück hatte ein Teil der Reisenden, zu dem auch Sabine Gönner gehörte. Diejenigen, die Schwenningen als Zielbahnhof hatten, konnten umgehend mit Sack und Pack den Weg zu Fuß fortsetzen.

Nachdem klar war, dass durch den Zusammenprall niemand verletzt worden ist, konnte auch Sabine Gönner über das Erlebte schmunzeln: "Ich war froh, dass ich nur einen 30-minütigen Heimweg zu Fuß hatte."

Hinweise fehlen noch

Bereits am Dienstag berichteten die Bundespolizei und das zuständige Polizeipräsidium Konstanz, dass möglicherweise fünf Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren, drei Jungs und zwei Mädchen, in Verbindung zu dem Unfall stehen. Demnach hätten Augenzeugen diese Gruppe von den Bahngleisen kurz nach dem Unfall wegrennen sehen. Haben die Kinder den Einkaufswagen auf die Gleise gestellt und die Kollision verursacht?

Dazu gibt es auch am Freitag noch keine näheren Erkenntnisse, wie Polizeisprecher Jörg Klug vom Präsidium in Konstanz auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten mitteilt: "Bisher haben sich noch keine Zeugen gemeldet." Insbesondere wenn Kinder beteiligt sind, seien Ermittlungen immer schwer, erklärt Kluge.

Mit dem Zugunfall von Montag, 24. Mai, kurz nach 20 Uhr werden fünf Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren in Verbindung gebracht. Sie könnten laut Polizei entweder die Verursacher sein, die den Einkaufswagen auf das Gleis vor dem Schwenninger Bahnhof gestellt haben, oder aber Zeugen des Unfalls sein.

Die Polizei beschreibt die Gruppe wie folgt: Dabei soll es sich um drei Jungen und zwei Mädchen gehandelt haben, von denen eines etwas korpulenter war. Einer der Jungen hatte ein weißes T-Shirt an, ein weiterer war mit einem schwarzen T-Shirt bekleidet. Die Gruppe hatte einen Tretroller und ein Fahrrad dabei.

Hinweise zu dem Unfall nimmt die Bundespolizei unter Telefon 07628/8 05 90 und das Polizeirevier Schwenningen unter der Telefonnummer 07720/8 50 00 entgegen.

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