Die Küken holländischer Zwerghühner wachsen unter der wärmenden Heizung im Zuchtstall am Mittelberg. Foto: Ziechaus

Geflügelzüchter im Kreis Rottweil müssen ein Übergreifen der Geflügelpest aus benachbarten Landkreisen befürchten. Besonders treffen könnte es die Züchter aus Tennenbronn.

Schramberg-Tennenbronn - Die Geflügelzüchter in Tennenbronn müssen besonders auf der Hut sein, weil das benachbarte St. Georgen-Langenschiltach vom Schwarzwald-Baar-Kreis als Beobachtungsgebiet eingestuft wurde. In diesem Landkreis wurden in fünf Kleinhaltungen erkrankte und tote Tiere gefunden.

Bekannt wurde, dass sie von einem fahrenden Händler Geflügel gekauft hatten, das aus einem Aufzuchtbetrieb in Nordrhein-Westfalen stammte. Wie sich nach einiger Zeit zeigte, waren die zugekauften Junghennen von der gefährlichen Geflügelkrankheit befallen. Etwa 100 Junghennen mussten gekeult werden.

In allen Proben fand das Veterinäruntersuchungsamt in Freiburg die Erreger der Geflügelpest, sodass im Schwarzwald-Baar-Kreis Sperrbezirke in mehreren Gemeinden bis 30. April eingerichtet wurden. Das bedeutet, dass Geflügel in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzeinrichtung in Volieren gehalten werden muss und keine Tiere aus den Beständen weitergegeben werden dürfen.

Züchter können keine neuen Linien in ihre Bestände einkreuzen

Bisher seien Geflügelhaltungen in Tennenbronn nicht betroffen, bekräftigte jüngst Hans-Peter Fichter, Vorsitzender der Geflügelzüchter in Tennenbronn. Gerade im beginnenden Frühjahr wollten die Hennen endlich wieder ins Freie auf die grünen Wiesen im Auslauf am Mittelberg.

Den örtlichen Züchtern und ihren Vereinen machten vielmehr die Beschränkungen durch Corona viele Probleme. So wurden alle großen Ausstellungen in Deutschland abgesagt, auch die lokalen Schauen der Vereine. Damit könnten keine Zuchterfolge von unabhängigen Richtern bewertet werden und ein Verkauf von schönen Jungtieren sei nicht möglich. Auch könnten Züchter keine neuen Linien in ihre Bestände einkreuzen.

Weil die Märkte in Fischbach und Haslach stark eingeschränkt seien, bleibe ein Austausch auf bekannte Züchter im örtlichen Raum begrenzt. Damit seien die Bestände mit unverkäuflichen Jungtieren stark angewachsen. Trotzdem sei die Zuchtsaison eröffnet, in der Hoffnung, dass im kommenden Herbst wieder Ausstellungen (in Hannover), regionale Märkte und Lokalschauen stattfinden können. So plane der Geflügelzuchtverein seine Lokalschau im Januar 2022 mit einer Sonderschau Thüringer Farbtauben in der Festhalle in Tennenbronn.

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