Gabriele Ehret (rechts) hatte den Zusatzstand genutzt und eine Linzertorte aus den Händen von Saskia Oberle mitgenommen. Foto: Bohnert-Seidel

Der große Adventsmarkt in Friesenheim musste coronabedingt abgesagt werden. In kleinerer Form – dem "Wochenmarkt-Plus" – konnten die Bürger dennoch ein paar Weihnachtsartikel erwerben. Allerdings zu wenig, wie sie finden.

Friesenheim - Samstagmorgen um 10 Uhr stehen insgesamt vier Verkaufsstände auf dem Rathausplatz – drei weniger als angekündigt waren. Mit dem "Wochenmarkt-Plus" sollten zu den gängigen Ständen vier weihnachtliche Ständen hinzukommen. Die Gründe für die kurzfristigen Absagen lassen sich nur erahnen. Ungemütlich, nasskalt und vor allem windig war das Wetter. Vereinzelt tummelten sich Menschen auf dem Rathausplatz, der große Andrang blieb aber aus.

Sonja Pfaff ist mit ihren Wurst- und Fleischwaren sowie Brot, Eiern und Käse ohnehin immer vor Ort. Ihr schräg gegenüber befand sich der Kaffee-Wagen von Heinz Drägerhof. Die Leute eilten herbei und machten ihre Einkäufe. Mit ihren Augen streiften sie kurz die restlichen Stände. Zum Bummeln kam kaum einer. Der Blick und auch die Stimmen sagten: Etwas mehr haben sie sich schon vom Samstagsmarkt und der Einbeziehung von Adventsmarkt-Ständen versprochen.

Yvonne Oberle ist mit ihren Töchtern Saskia und Jessica aus Ottenheim gekommen. Wenn sie einmal zusagt, dann bleibe es für die Ottenheimerin auch dabei. Ein blau-weiß gestreiftes Zelt schützte Mutter und Töchter sowie die Waren vor Wind und Regen. Socken, gehäkelte Sneakerschuhe für Babys und Kleinkinder wurden verkauft. Eine Friesenheimerin kam herbei und kaufte eine Tüte Hildabrötchen. "Schön, dass ich die hier bekomme", sagt sie. Kurz darauf machte auch Gabriele Ehret Halt. Die Friesenheimerin nahm eine Linzertorte mit.

"Ich hätte schon mit eine paar Ständen mehr gerechnet", sagt Yvonne Oberle. Dann wären wohl mehr Laufkundschaft hier, war sie sich sicher. Ihre frisch gekochten Marmeladen und Gelees finden dennoch Abnehmer. Seit vielen Jahren beteiligt Oberle sich am Friesenheimer Weihnachtsmarkt. Einen Weihnachtsmarkt, wie er in der Region bekannt ist, sollte es in diesem Jahr wieder nicht geben.

Mit Advent haben die Räucherforellen von Reinhard Gegg vielleicht nichts zu tun. Ihn kennen die Friesenheimer auch vom Bauernmarkt im September. Hier weiß der Mann aus Hofweier seine Stammkundschaft. Diese rufe ihn an und bestelle geräucherte Forellen. "Einfach so auf den Markt zu kommen, da bekomme ich nicht sehr viel verkauft", erklärt Gegg. Die Kundschaft komme gezielt auf den Markt und holten die Bestellungen ab. Aber es reiche auch noch für spontane Käufer. "Schade, dass so wenig los ist", erklärt Ehret.

Info: Markt

Der Stockbrunnenmarkt in Friesenheim ist immer samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Zusätzlich wurde für Samstag angekündigt, weitere weihnachtliche Stände vorzufinden – als Alternative für den großen Adventsmarkt. Die angekündigten Arbeiten mit Filz, Silber oder Basteleien aus Holz und Metall konnten doch nicht erworben werden.