220 neue Wohnungen stellt die Wohnbau Lörrach im kommenden Jahr in der Nordstadt. Doch die Lage bleibt für Wohnungssuchende schwierig.
„Die Zahlen stimmen.“ So kommentierte Thomas Nostadt, der Geschäftsführer der Wohnbau Lörrach die Bilanz des Unternehmens bei der Vorlage im Hauptausschuss des Lörracher Gemeinderats.
Mit einem Gewinn von 2,7 Millionen Euro hat die Wohnbau Lörrach das Geschäftsjahr 2024 abgeschlossen. Traditionell wird der Gewinn von den Gesellschaftern – neben der Stadt Lörrach sind es mit kleineren Anteilen noch die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden und die Stadt Schopfheim – nicht abgeschöpft, sondern im Unternehmen belassen. Angesichts großer Investitionen und folglich großer Abhängigkeit von Fremdkapital sei diese Stärkung des Eigenkapitals für das Unternehmen sehr wichtig, betont Nostadt.
Weiterhin hohe Kosten
2024 konnte die Wohnbau Lörrach die Eigenkapitalquote an der Bilanzsumme von 18,7 auf 19 Prozent steigern.
Auch wenn die Wohnbau Lörrach mit den bereits im Sommer publizierten Geschäftszahlen zufrieden ist, sorgt sich Geschäftsführer Thomas Nostadt weiterhin um die Rahmenbedingungen. Der Wohnungsmarkt in Lörrach bleibe extrem angespannt. Auch wenn die allgemeine Baupreissteigerung zwischenzeitlich gedämpft ist, erschweren hohe Kosten – nach wie vor auch relativ hohe Kapitalkosten - den Mietwohnungsbau. Es sei kaum mehr möglich, preiswerten Wohnungsbau wirtschaftlich zu betreiben, klagt Nostadt.
Dem steht ein weiterhin extrem nachfragelastiger Wohnungsmarkt gegenüber. So würden 4000 Interessenten in der Kartei der Wohnbau Lörrach geführt. Doch weil das Angebot knapp ist, werden kaum Wohnungen frei. Gerade einmal 200 Wohnungen pro Jahr kann die Wohnbau Lörrach im Bestand neu vermieten. Eine Fluktuation finde kaum statt.
Mitte Nordstadt soll helfen
Vor diesem Hintergrund wird nach Einschätzung von Thomas Nostadt die Fertigstellung der Neuen Mitte Nordstadt einen spürbaren Effekt haben. Bereits jetzt sind die frei finanzierten Wohnungen des neuen Quartiers vermietet, die geförderten Wohnungen folgen. Sobald die letzten Bauarbeiter 2026 abziehen, werden die neuen Bewohner einziehen. Viele von ihnen sind bereits jetzt Mieter der Wohnbau Lörrach, so dass auch in anderen Stadtteilen günstige Wohnungen frei werden. Trotzdem werde die Situation in Lörrach gesamthaft schwierig bleiben.
Wohnungsoffensive der Wohnbau
Die Wohnbau wird mit der Neuen Mitte Nordstadt ihren Teil zur Lörracher Wohnungsoffensive beigetragen haben. Seit 2018 hat die Wohnbau massiv in den Neubau investiert.
Für 195 Millionen Euro seien mehr als 500 Wohnungen entstanden, darunter auch besondere Projekte wie die Wohnungen für ehemals obdachlose Personen in der Schlichtergasse.
Die Kaltmiete
Trotz der vielen neuen Wohnungen betrug die durchschnittliche Kaltmiete der Wohnbau Lörrach laut Geschäftsbericht 7,55 Euro pro Quadratmeter.