Die Perupartnerschaft zwischen Friesenheim und Callao in Peru besteht seit 27 Jahren. Sollten sich keine weiteren Menschen finden, die sich dafür einbringen, sieht sich die Kirchengemeinde Friesenheim gezwungen, diese zu beenden.
Der Pfarrgemeinderat der Katholischen Kirchengemeinde Friesenheim will der Perupartnerschaft noch eine Chance geben und ein weiteres Jahr drauf schauen, wie sich Partnerschaft auch in etwas abgespeckter Form leben ließe oder ob sich neue Mitstreiter finden. Pfarrer Josef Rösch und Pfarrer Bernhard Dorner sind beide Fürsprecher der Partnerschaft. Pfarrer Dorner betonte: „Es muss ein Feuer für die Partnerschaft brennen und es braucht Menschen, die sich wie Martina Hamm einsetzen.“ Aber niemanden dürfe der ehrenamtliche Einsatz ausgebrannt, aufgrund vielfältiger Aufgaben, zurücklassen.
Die Perupartnerschaft in Friesenheim steht auf Messers Schneide. Ausgedünnt ist der Kreis der ehrenamtlichen Mitstreiter, die sich teilweise aus Altersgründen, Perspektivlosigkeit oder vielfältigen Verlagerungen von Aufgaben aus der aktiven Unterstützung zurückgezogen haben. In der jüngsten Sitzung des Pfarrgemeinderats hat Martina Hamm, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, die Zukunft der Perupartnerschaft ganz angesprochen. Dass sie nach wie vor für die Partnerschaft und die Menschen in Callao in der Katholischen Kirchengemeinde El Buen Pastor brennt, war deutlich hör- und spürbar. Hamm betonte: „Partnerschaftsarbeit muss zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Gemeinde- und Diözesanpastoral werden. Das Programm der kooperativen Pastoral bleibt ohne weltkirchliche Perspektiven ein Torso.“ Die Zukunft der Partnerschaft müsse in die nächste Generation getragen werden, weshalb Partnerschaftsarbeit in der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort notwendig sei. Dort sieht Hamm auch die pastoralen Berufe in der Pflicht, bei deren Ausbildung und Studium die weltkirchliche Bildung und Ausbildung selbstverständlich sein müsse. Nur so ließe sich Weltkirche in die Gemeinden tragen.
Der Leiter der Gruppe in Callao reagiert emotional auf die neuen Umstände
Eine lebendige Partnerschaft wurde in der Vergangenheit immer zwischen den beiden Kirchengemeinde gepflegt. Während die Pfarrer in der Katholischen Kirchengemeinde Friesenheim immer wieder für die Partnerschaft auch persönlich gebrannt haben, blieb beim jüngsten Pfarrerwechsel in Callao das Interesse des Pfarrers eher auf Sparflamme. Leider fehlten auch in der großen Katholischen Kirchengemeinde Friesenheim immer mehr neue Mitstreiter. Mitstreiter, die sich tatsächlich aus Altersgründen zurückgezogen, wurden leider nicht mehr ersetzt. „Es findet sich kaum jemand mehr“, weiß Hamm. „Unsere Partnerschaft ist eine Partnerschaft zwischen zwei Gemeinden und kann natürlich nicht von einer oder zwei Personen alleine getragen werden“, sagte sie. Nachdem Hamm vor allem Luis Briceno Eca, dem Leiter der Partnergruppe in Callao, von einem möglichen bevorstehenden Aus berichtet habe, sei dieser sehr emotional geworden und in Tränen ausgebrochen. Luis Briceno Eca ist eines jener Mitglieder, das als Kind die Partnerschaft erleben durfte und der von Anfang an für die Partnerschaft brenne. Hamm, die selbst einen sehr innigen Bezug zu den Menschen in Peru pflegt, betonte darüber hinaus, dass Partnerschaft nach Peru auch einen Blick über den Kirchturm hinaus bedeute, um mit Menschen in Kontakt zu treten. Friesenheim galt in der Erzdiözese immer auch als Vorzeige-Partnergemeinde mit hohem Grad an lebendigem Austausch. Weltkirche finde so auch in Friesenheim statt, so Hamm und ergänzte: „Wir leben nicht für uns allein, sondern über Grenzen hinweg sind wir sind Kinder des einen Vaters.“ Weshalb es nicht nur um das eigene Wohl gehen dürfe, um Gremienarbeit und Job, sondern um sehr viel mehr, um die Fürsorge und das Miteinander der Menschen, auch weltweit.
Mitmachen
1997 wurde der Perukreis gegründet. Damit verbunden ist die besiegelte Partnerschaft der Kirchengemeinde Friesenheim und El Buen Pastor (Pfarrei des guten Hirten) in Callao/Peru. Zur Partnerschaft zählen neben Festen in den Pfarreien auch die gegenseitigen Besuche in den Ländern.Wer sich für die Perupartnerschaft interessiert, kann sich an Martina Hamm unter Telefon 07821/ 6 86 13 wenden.