Der Feuerwehr Loßburg mangelt es an Einsatzkräften, das ergab der kürzlich erstellte Feuerwehrbedarfsplan. Müssen Bürgermeister Christoph Enderle und der Gemeinderat nun selbst ran?
Bei der Feuerwehr Loßburg gibt es so einige Baustellen. Das zeigte der kürzlich erstellte Feuerwehrbedarfsplan. Eine davon ist der erhebliche Mangel an Einsatzkräften im Tagesdienst.
Die Feuerwehr Loßburg besteht aus sieben Einsatzabteilungen in Loßburg, 24-Höfe, Betzweiler, Lombach, Schömberg, Sterneck und Wittendorf. Von diesen habe, laut Bedarfsplan, jedoch keine einzige ausreichend Einsatzkräfte im Tagesdienst zur Verfügung.
Das bedeutet, die Feuerwehr könne im Alarmfall tagsüber nicht zuverlässig innerhalb der vorgeschriebenen Zeit mit der erforderlichen Anzahl an Einsatzkräften ausrücken. Die Abteilungen Lombach und Schömberg seien darüber hinaus auch nachts und am Wochenende nicht alarmsicher.
Kreative Lösungsansätze
So weit, so schlecht. Doch Gutachter Sven Volk vom Ingenieursbüro ResQ-Engineering, das den Bedarfsplan erstellte, hatte nicht nur schlechte Nachrichten, sondern auch ein paar kreative Lösungsansätze im Gepäck. Diese stellte er dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vor.
Ein Vorschlag war es, gezielt junge Erwachsene mit Arbeitsplatz und Wohnort in der Gemeinde anzuwerben. Der Fokus solle dabei vor allem auf diejenigen mit einem regelmäßigen Aufenthalt von drei bis acht Minuten um die Feuerwehrhäuser gelegt werden.
Öffentliche Präsenz erhöhen
Auch Mitglieder anderer Feuerwehren, die in Loßburg ihren Arbeitsplatz haben und tagsüber nicht der eigenen Gemeindefeuerwehr verpflichtet sind, sollten gezielt angeworben werden.
Neben Kampagnen zur Mitgliederwerbung solle auch die örtliche Präsenz erhöht werden, etwa durch Mitmach-Tage, öffentlich gestaltete Übungsabende, einen Tag der offenen Tür oder die Ausstellung der Feuerwehr auf dem Wochenmarkt.
Bei einem Brand im Gewerbegebiet ist jeder Betrieb von einer funktionierenden Feuerwehr abhängig. Da das jedoch nicht allen Arbeitgebern bewusst sei, müsse die Gemeinde Aufklärungsarbeit leisten und für die verstärkte Einstellung von Einsatzkräften werben. Für vorbildlich handelnde Betriebe biete der Deutsche Feuerwehrverband die Auszeichnung „Partner der Feuerwehr“ an.
Verwaltung soll mit gutem Beispiel voran gehen
Der wohl kurioseste Lösungsvorschlag: Bürgermeister, Verwaltungsangestellte und Co. sollen selber ran. Um eine erfolgreiche Mitgliederwerbung bei örtlichen Unternehmen glaubhaft zu unterstützen, sei es schließlich Aufgabe der Verwaltung, mit gutem Beispiel voranzugehen. Alle Angestellten der Gemeinde, die von ihrem Arbeitsplatz abkömmlich sind, sollen daher gefördert werden, die Feuerwehr zu unterstützen, so der Vorschlag im Bedarfsplan.
Patenprogramm denkbar
Zur Mitgliederwerbung für die Jugendfeuerwehr und für eine zukünftige Kinderfeuerwehr könne die Brandschutzerziehung in Grundschulen und Kindergärten genutzt werden. Dabei werde geraten, die Jugend bereits im Alter von unter zehn Jahren an die Arbeit der Feuerwehr heranzuführen, damit sie später fest in der Jugendfeuerwehr verankert sind.
Um die durch die Maßnahmen hoffentlich neu gewonnen Mitglieder dann auch halten zu können, sei die Kameradschaftspflege nicht zu vernachlässigen.
Daher sollten über das Jahr hinweg Grillfeste, Ausflüge aber auch ein ausgewogenes Ausbildungsprogramm und eine Förderung der Mitglieder geplant werden, so der Vorschlag. Für neue Mitglieder könnte auch ein Patenprogramm bis zum Abschluss der Grundausbildung in Erwägung gezogen werden.