In der alten OHG-Tiefgarage wird kräftig saniert. Und es wird aufgerüstet. Möglichst vandalismussicher soll das Bauwerk werden. Vor allem aber setzt man künftig in Nagold auf Videoüberwachung – und das nicht nur in der Tiefgarage.
Im Frühjahr dieses Jahres war das Bild besonders verheerend: Kurz vor Sanierungsbeginn im alten Teil der Tiefgarage Innenstadt Nord hatten Vandalen abermals zugeschlagen.
Unter anderem – und das nicht zum ersten Mal, waren die Deckenplatten beschädigt und zum Teil herausgebrochen worden.
Passanten und Anlieger berichteten gegenüber unserer Redaktion immer wieder von Gruppen junger Menschen, die sich in der Tiefgarage treffen, aggressiv auftreten würden, und dort auch randalierten. Aber nicht nur dort. Auch an anderen Orten kommt es zu solchen Vorfällen.
“Das Problem ist der Stadt bekannt“, erörtert Nagolds Pressesprecherin Julia Glanzmann auf Anfrage der Redaktion. Auch die Polizei sei involviert. „Es laufen mehrer Anzeigen gegen Unbekannt“, informiert Glanzmann. Und die Polizei unterstütze die städtischen Mitarbeiter der Stadtwerke mit Streifenfahrten.
Kabel sind bereits verlegt
Seit Mitte Mai läuft nun die Sanierung in der Tiefgarage – im alten Bereich unter der OHG-Halle, um genau zu sein. Und die Planer reagierten auf die Häufung von Vandalismus. Es wird eine vandalismussichere Decke eingebaut, die fest verschraubt ist. Weiter informiert die Stadt, dass es mehr Licht in der Tiefgarage geben soll. „Die Beleuchtung im hinteren Teil der Tiefgarage wird ausgebaut“, teilt die Stadt mit. Und: Es wird eine Videoüberwachung geben. „Die Kabel wurden bereits verlegt, die abschließenden Arbeiten erfolgen Ende Juli“, sagt Glanzmann.
Aktuell werden Graffiti und Schmierereien in den Treppenhäusern der Tiefgarage entfernt und zum Schutz vor weiteren Sachbeschädigungen nicht nur die Videoanlage installiert sondern auch ein Graffitischutz angebracht. „Allein diese Maßnahmen werden Kosten in Höhe von 10 000 Euro verursachen“, informiert Bürgermeister Hagen Breitling. Und das Vandalismus-Problem beschränkt sich nicht nur auf die Tiefgarage Innenstadt Nord. „Derzeit laufen mehrere Anzeigen gegen Unbekannt, da es in den Parkhäusern in den letzten vier Wochen immer wieder zu Vandalismus kam. In diesem Zusammenhang sind wir über Hinweise zu Auffälligkeiten in und um die Parkierungsanlagen sehr dankbar“, teil Breitling mit.
Kamera-Überwachung am ZOB
Auf Nachfrage bestätigt Pressesprecherin Glanzmann, dass die „Teilvideoüberwachung“ auf weitere Tiefgaragen ausgebaut werde. Die Aufträge sind bereits vergeben. Verantwortlich für die Videoüberwachung sind die Stadtwerke – bei diesem kommunalen Eigenbetrieb sind die Parkhäuser und Tiefgaragen auch generell angesiedelt. Doch damit nicht genug: Es gibt weitere Vandalismus-Hotspots in der Nagolder Innenstadt. Und auch dort setzt Nagold künftig verstärkt auf den Einsatz von Kameras.
Zum Beispiel am ZOB. Unvergessen ist hier noch die Zerstörungsattacke, als 2022 ein gerade erst neu installierter Defibrillator zerstört wurde. „Der Vandalismus häuft sich an den Toilettenmünzautomaten des ZOB“, teilt die Stadt Nagold zur aktuellen Situation mit. Ähnliches gilt übrigens auch für weitere städtische öffentliche Toilettenanlagen wie jene am Café im Kleb und die WC-Anlage bei der Minigolfanlage. Auch dort häuft sich Vandalismus. Zumindest für den Bereich des Busbahnhofs plant Nagold nun auch mit einer Kameraüberwachung. Die Arbeiten seien in der Vorbereitung.
Dennoch wird wohl auch die Videoüberwachung das Vandalismusprobleme nicht komplett lösen, sondern womöglich nur verlagern. „Hilfreich sind für uns immer Hinweise aus der Bevölkerung“, so Pressesprecherin Glanzmann. Der Appell der Stadt ist klar: „nicht wegschauen, sondern hinschauen.“