Für Horbs OB Peter Rosenberger ist die Kommunalwahl 2024 auch ein Gradmesser dafür, ob er wieder als Oberbürgermeister antritt. Er fordert mehr Kompromiss-Bereitschaft.
Beim CDU-Neujahrsempfang spricht OB Peter Rosenberger (CDU) Klartext: Ihn stört im Gemeinderat, dass einige mit ihrer Haltung blockieren. Nach der nächsten Kommunalwahl könnten diese Stadträte sogar in der Mehrheit sein. Schmeißt OB Rosenberger dann den Bettel hin?
Die Kommunalwahl 2024. Schon der emotionale „Gier-frisst-Hirn“-Zoff hatte im Herbst gezeigt, dass die Nerven teilweise ziemlich blank liegen im Gemeinderat. Die Vorwürfe: Die Flächenschutz-Koalition (BiM, Teile der SPD und OGL) legen Horb lahm. Inzwischen sind die Emotionen raus, doch der Grundsatzkonflikt ist nach Meinung von Rosenberger nicht gelöst. Und dann will die AfD auch mit einer eigenen Liste antreten.
OB Peter Rosenberger: Ich habe mein Ohr an vielen dran. Es gibt viele Bürger, die noch mit sich hadern, ob sie zur Kommunalwahl kandidieren. Es gibt einige, die verfolgen die Diskussionen im Livestream und überlegen: Die eine oder andere Diskussion läuft ganz schön verquer. Es sind aber auch dankenswerter Weise viele, die sagen: Das ist meine Heimat, ich will. Deshalb hoffe ich, dass wir viele kluge Köpfe in den Gemeinderat bekommen werden.
Die AfD will eine eigene Liste zur Gemeinderatswahl aufstellen. Ein Bündnis will dagegen kämpfen. Was sagen Sie?
Wenn Frercks Hartwig und andere diese Sorge haben, dann bitte ich sie: Stellt Euch zur Verfügung, zeigt, was ihr draufhabt und was ihr für ein Angebot für den Wähler habt. Ich könnte viele Argumente bringen, warum die AfD keine Alternative ist.
2024 Kommunalwahl, 2025 OB-Wahlen. Werden Sie wieder als OB antreten?
Ich habe einen Job, der mir sehr viel Freude macht und der für mich Berufung ist. Einen Beigeordneten, der sehr loyal ist – wir sind ein gutes Team. Wir als gesamtes Rathausteam sind richtig gut und können echt viel. Natürlich machen wir auch Fehler. Wir machen für unsere Flächenstadt aber vieles richtig und bringen vieles voran. Es ist wichtig und in Diskussionen auch nur fair, wenn man über unsere Rahmenbedingungen Bescheid weiß. Ab 2024 und 2025 werden viele wichtige Zukunftsentscheidungen getroffen. In so einer Phase will man bestimmt nicht aufhören.
In Empfingen wurde die Haltung kritisiert, die vieles für die Kommune blockiert. Was heißt das für Sie als OB?
Ich bin neugierig: Was bringt der neue Gemeinderat? Wenn ich feststellen muss, dass mit dem neuen Gremien keine der städtischen Ansätze, die ich bisher verfolgt habe, umsetzbar sind – dann muss ich mir die Frage stellen, ob ich weitermache. Aber ich bin Feuer und Flamme für die nächsten Jahre.