Die Schutter im Bereich der Dundenheimer Mühle ist in keinem guten Zustand. Die geplanten Gegenmaßnahmen hat Ralf Strosack in der Ortschaftsratssitzung vorgestellt.
Die Idylle an der Schutter im Bereich der Dundenheimer Mühle trügt: die Gegebenheiten dort sind schlecht. Der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie nach sind die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet bis 2027 die Oberflächengewässer in einen „guten ökologischen Zustand“ zu versetzen. „Bestehende Defizite muss Neuried demnach beheben und die Gewässer mit verschiedenen Maßnahmen wieder aufwerten“, erklärte Ralf Strosack vom Zweckverband Hochwasserschutz Schuttermündung am Mittwochabend in der Dundenheimer Ortschaftsratssitzung. Die Landesstudie Gewässerökologie zeige, dass ein sehr hoher Umsetzungsbedarf von Revitalisierung an Gewässern zweiter Ordnung bestehe. „Das sind insgesamt rund 170 Kilometer im Ortenaukreis, 13 Kilometer lang ist die Schutter betroffen, sieben Kilometer lang die Unditz“, führte Strosack weiter aus. Neben Neuried sind auch unter anderem Friesenheim und Kehl betroffen.
Der alte Leerschuss der Dundenheimer Mühle als neues Gewässerbett
Im Jahr 2024 sei das Regierungspräsidium mit dem Projekt „Ufer-Vital“ auf die Gemeinden und den Zweckverband Hochwasserschutz Schuttermündung zugegangen, um bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Aufwertung der Gewässerökologie nicht nur finanziell, sondern auch personell zu unterstützen (siehe Info).
„Gewässer und damit auch deren ökologischer Zustand sind von grundlegender Bedeutung für die Umwelt“, machte Strosack deutlich. Neben der Regulierung des Wasserhaushalts sind Gewässer Lebensräume etlicher Arten und erfüllen wichtige Funktionen im gesamten Ökosystem. Unabdingbar für den guten Zustand der Gewässer sei eine gute Gewässerstruktur. „Die Schutter weist dahingehend deutliche Defizite auf. Sie ist an manchen Stellen zu langsam und zu schlammig“, so Strosack. So soll der alte Leerschuss der Dundenheimer Mühle als neues Gewässerbett der Schutter aktiviert werden. Das Gefälle könne dann auf längerer Strecke abgebaut werden und die naturnahe Gewässerentwicklung könne hochwertiger umgesetzt werden. „Das Gefälle der rauen Rampe wird auf eine längere Strecke verteilt. Damit verbessern wir die Fischökologie und stärken die Eigendynamik, denn der Schlamm wird weitertransportiert und Kies freigelegt“, erklärt Strosack. Außerdem erziele man dadurch eine Strukturverbesserung. Ein Flächenerwerb für die Maßnahme – die das Projekt in die Länge ziehen könnte – ist nicht nötig, da es auf gemeindeeigenem Grundstück umgesetzt werden soll.
Die Kosten für die Maßnahme sind noch nicht berechnet
Derzeit befinde man sich in der Vorplanung. Über die Kosten könne Strosack demnach noch keine Angaben machen. Die Berechnungen seien in den kommenden Wochen mit einer Entwurfsplanung angedacht.
Unterstützung
Durch die Förderung von 85 Prozent unterstützt das Land die kommunalen Revitalisierungsmaßnahmen (gewässerökologische Aufwertungen). Die verbleibenden 15 Prozent der Revitalisierungskosten können als Ausgleichsmaßnahme oder Ökokontomaßnahme angerechnet werden (Ökokontopunkte), erklärt Strosack. Das Regierungspräsidium Freiburg bietet an, die Projektkoordination zu übernehmen, um den Aufwand seitens der Kommunen und des Zweckverbandes möglichst gering zu halten. Das bedeutet unter anderem das Zusammenstellen der Unterlagen für die benötigten Anträge auf Förderung und wasserrechtliche Genehmigung und erforderlicher Gutachten bis hin zur Genehmigung dieser. „Und das ist schon eine enorme Hilfe“, unterstrich Strosack.