Nach dem dramatischen Erfolg im DFB-Pokal tritt der SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei der TSG Hoffenheim an. Der gesperrte Julian Schuster wird durch Lars Voßler vertreten.
Julian Schuster wird am Samstag eine Premiere erleben: Wenn sein SC Freiburg bei der TSG Hoffenheim wieder auf Punktejagd geht, ist der 40-Jährige erstmals in seiner noch recht jungen Laufbahn als Trainer gesperrt. „Für mich wird das etwas ungewohnt. Von wo ich das Spiel genau verfolge, werden wir vor Ort entscheiden“, erklärte er auf Nachfrage.
Ein großes Thema sei dies im Hinblick auf die Partie aber nicht. So wird Co-Trainer Lars Voßler die Medienarbeit am Spieltag übernehmen. Schuster führt aus: „Wir haben über die Abläufe natürlich gesprochen. Für die Jungs wird es nicht spürbar sein. Es gilt einfach ein paar Aufgaben zu verteilen.“
Frische Beine gebraucht
Das Fehlen des Cheftrainers soll ebenso keine frühzeitige Ausrede sein, wie die Belastung durch das Pokalspiel in Berlin am Dienstag. 120 intensive Minuten kämpften der SCF und die Hertha um das Weiterkommen, letztlich setzten sich die Breisgauer im Elfmeterschießen durch. „Wir hatten trotzdem noch genügend Zeit und wollen bereit sein“, so Schuster.
Kübler und Lienhart fehlen
Personell fehlen weiterhin die Verteidiger Lukas Kübler und Philipp Lienhart, bei denen es aber in die richtige Richtung geht. Außerdem sitzt Mittelfeldmotor Johan Manzambi den ersten Teil seiner Drei-Spiele-Sperre ab. Beim Gegner aus dem Kraichgau, der bisher eine ganz starke Saison spielt, dürfte Abwehrspieler Robin Hranáč indes wieder mit von der Partie sein. Schuster sprach von einer „sehr eingespielten Mannschaft, mit klaren offensiven und defensiven Abläufen, sowie jeder Menge Selbstbewusstsein“.
Die meisten Fouls
Neben der fußballerischen Qualität stehen die Hoffenheimer in weiteren Kategorien ganz oben in der Bundesliga. Das Ilzer-Team läuft nach Bayern München die zweitmeisten Kilometer, sprintet am meisten und absolviert auch mit Abstand die meisten intensiven Läufe. Auch was die Fouls anbelangt, sind die Hoffenheimer spitze. 282 Mal – und damit satte 90 Mal mehr als die Freiburger – nutzten sie dieses Mittel im Saisonverlauf. „Sie spielen viele lange Bälle, gehen bewusst auf die zweiten Bälle, dann kommt es eben zu vielen Zweikämpfen. Das wird ein wichtiger Parameter, wir brauchen da die richtige Positionierung und Wachheit für diese Duelle“, erläuterte Schuster.
Lob für Oliver Baumann
Lobende Worte hatte er für seinen langjährigen Mitspieler Oliver Baumann parat. In 112 Begegnungen stand er mit dem Torhüter der TSG zusammen auf dem Platz. „Ihre Stabilität fängt bei ihm hinten an. Er spielt ein herausragendes Jahr, hat immer wieder wichtige Paraden. Auch mit Ball am Fuß ist er einfach gut.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Mir war früher gar nicht bewusst, was für einen langen Schlag er hat.“
Womöglich fährt Baumann sogar als „Nummer 1“ zur WM. Seine Leistungen würden dies jedenfalls rechtfertigen, zumal Marc-André ter Stegen erneut lange fehlt. „Wir können stolz sein, so einen Torhüter in Deutschland zu haben. Unabhängig von seinem Alter spielt er unglaublich konstant“, merkte Schuster an.