Seit den 1990er-Jahren gibt es den Wunsch, die Zollernstraße zu sanieren. Am Montag ist nun der symbolische Baggerbiss für das „historische“ Projekt erfolgt. Richtig los geht es am 14. April – ein Überblick.
Bürgermeister Philipp Hahn wagte am Montagmittag schon mal einen vorsichtigen Blick in die Zukunft: In zwei Jahren werde man auf „eine Prachtstraße anstoßen“, die für den Fuß-, Rad- und Autoverkehr höchsten Anforderungen genüge. Zurück in der Gegenwart konstatierte das Stadtoberhaupt: „Die Straße ist einfach kaputt. Wir haben ein dickes Brett zu bohren.“
Die Rede ist von der Zollernstraße, zu deren Neugestaltung am Montagmittag der symbolische Baggerbiss über die Bühne ging. Bis richtig gegraben wird, dauert es noch bis zur Karwoche, konkret bis zum Montag, 14. April. Spätestens dann wird die Zollernstraße für den Verkehr voll gesperrt; die Bauarbeiten beginnen mit dem ersten Teilabschnitt auf Höhe der Stadthalle Museum. Nach und nach wird – so der Optimalfall – bis Ende 2026 die gesamte Straße auf ihrer Länge von 980 Metern samt Kreuzungsbereich der Kreisstraßen am Ortsausgang saniert.
8,1 Millionen Euro werden verbaut
Nicht umsonst bezeichnete Bürgermeister Hahn das Projekt als „historisch“, sei es doch eines der größten der jüngeren Stadtgeschichte. Insgesamt rund 8,1 Millionen Euro investiert die Stadt, davon entfallen 2,3 Millionen Euro auf die städtischen Werke. 3,48 Millionen Euro an Fördergeldern entlasten die Stadtkasse bei der Neugestaltung, was ebenfalls historisch sei.
Zum Vergleich: Die Tübinger Straße, die 2019 auf 640 Metern saniert wurde, hat noch 1,6 Millionen Euro gekostet. Daran erkenne man die gestiegenen Baukosten der vergangenen fünf Jahre.
Tempo 30 und Blitzer
Immer wieder fiel das Wort „historisch“. So sei dies auch die gefühlte Ewigkeit, in welcher die Sanierung von der Stadtgesellschaft gefordert werde. Im Bauamt lägen dazu gar eine Vielzahl von Anfragen und Zeitungsberichten aus den 1990er-Jahren vor.
Ab dem Frühjahr 2027 soll die Schlaglochpiste in neuem Glanz erscheinen. Dazu tragen barrierefreie Gehwege, durchgängige Fahrradschutzstreifen, die Verkehrsberuhigung auf Tempo 30 samt stationärem Blitzer und die Integration von Vegetation bei.
Erstmals wird auch das sogenannte Schwammstadtkonzept in Hechingen umgesetzt. Heißt: Innerhalb des Straßenraums werden Volumina für Regenwasserrückhalt und Versickerung gebaut, um Wetterextremen entgegenzuwirken. Der wesentliche Vorteil: Einerseits wird die Wassermenge im Kanal und schlussendlich Gewässer reduziert, um Überschwemmungen zu verhindern. Andererseits steht das rückgehaltene Regenwasser der Vegetation – vor allem den Bäumen im Straßenraum – zur Verfügung.
Neustraße ist das nächste Straßenbauprojekt
Rosige Aussichten, doch vor allem die Anwohner müssen sich nun in Geduld üben. Während der Bauzeit kommt neben dem Baulärm eine erschwerte Zufahrt zum Grundstück. Die Geschäftstreibenden in der Innenstadt trauern insbesondere den vorübergehend wegfallenden Parkplätzen an der Zollernstraße nach und auch über die gerodete Hainbuchhecke entlang des Fürstengartens gibt es geteilte Meinungen.
Bürgermeister Hahn dazu: „Wir werden nach der Sanierung schauen, ob man eine neue Hecke unbedingt pflanzen muss.“ Erstmal solle man die neugestaltete Straße auf sich wirken lassen. Er sei vielerorts positiv auf den derzeit freien Blick auf den Fürstengarten angesprochen worden.
Stichwort Parkplätze: Auch für dieses leidige Thema hatte das Stadtoberhaupt Neuigkeiten im Gepäck. Für die Zeit der Bauarbeiten wird Parken auf dem Firstparkplatz zehn Stunden statt wie derzeit lediglich zwei Stunden am Stück erlaubt sein. Das gilt ab dem 1. April.
Und ist die Zollernstraße fertig, wartet schon das nächste Straßenbauprojekt auf das Bauamt. Wie Hahn ankündigte, sei dann die Neustraße dran. Auch die sei bis dahin „kaputt“.