Projektleiter Markus Jäschke informiert die Stadträte über die verschiedenen Pflasterbeläge, die bei der Neugestaltung der Hechinger Zollernstraße verbaut werden könnten. Foto: Roth

Der Pflasterbelag für die Zollernstraße ähnelt künftig jenem, der auch auf dem Obertorplatz verbaut wurde. Der Gehweg bis zum Ortsausgang, die Parkplätze und Straßenübergänge werden bei der Neugestaltung in einer warmen beige-grauen Farbe gehalten.

Dass beim Großprojekt Sanierung der Zollernstraße die Stadträte auch in Detailfragen mitbestimmen dürfen, hat sich in der jüngsten Bauausschusssitzung gezeigt. Diese begann nicht wie üblich im Rathaus, sondern an der Grundschule in der Zollernstraße – sprich am Übergang vom Obertorplatz in den baldigen Baustellenbereich.

 

Auf der Tagesordnung stand die Auswahl des Pflasterbelags, der bei der Sanierung der Zollernstraße von der Balinger Baufirma Stumpp in den Gehwegen, den Parkplätzen und den Straßenübergängen verbaut werden soll. Zur Auswahl standen drei Varianten unterschiedlicher Formate, Farbe und Fugenflächen; die Kosten der Varianten sind identisch.

Drei Straßenübergange in den Fürstengarten

Das Gremium entschied sich nach der Besichtigung der verschiedenen Beläge einstimmig für die Variante, die dem Pflasterbelag, der auch auf dem Obertorplatz verbaut wurde, am meisten ähnelt. Zum Einsatz kommt ein Mehrsteinsystem mit Pflasterbelägen drei verschiedener Größen in Form von Rechtecken und Quadraten sowie drei Farbnuancen im warmen beige-grau.

Auf den Gehwegen und Parkplätzen sind die Pflastersteine zehn Zentimeter, auf der Fahrbahn 14 Zentimeter dick. Neu ist nach Abschluss der Sanierung, dass es drei Straßenübergänge in den Fürstengarten geben wird. Die Zollernstraße wird zur Tempo-30-Zone.

Dieses Muster wird in der Zollernstraße zur Anwendung kommen. Foto: Roth

Markus Jäschke, Projektleiter für die Neugestaltung der Zollernstraße im Bauamt, erläuterte den Stadträten, dass die sandgestrahlte Oberfläche bei allen zur Wahl stehenden Pflasterbelägen dieselbe sei. Diese biete die beste Rutschfestigkeit; alle Varianten werden von der Firma Kronisimus aus Iffezheim bezogen.

Diese garantiert laut Sitzungsvorlage 30 Prozent an Recyclingmaterial in ihren Steinen. Nur 30 Prozent deshalb, weil sonst die zehnjährige Garantie auf Frost- und Tausalzbeständigkeit nicht gewährleistet werden könnte.

Für die Anwohner soll der neue Pflasterbelag Vorteile bringen. Unter anderem trage der Betonstein zur Geräuschreduzierung in Fahrbahnen bei. Das Material solle sich zudem nicht stark aufheizen.

Kein Flickenteppich im Asphalt

Nützlich für künftige Baumaßnahmen ist zudem, die Steine einfach herausnehmen und wieder einzusetzen zu können. Ein Flickenteppich – wie im Asphalt üblich – könne so vermieden werden.

Ein weiterer Vorteil, den der nun gewählte Belag mit sich bringt, ist der hohe Anteil an Fugenfläche. Durch diese kann das Wasser in den Untergrund sickern. Für das zur Anwendung kommende Schwammstadtkonzept ist dies von Bedeutung. Dieses sieht vor, das Niederschlagswasser nach dem Abfluss zu filtern, zu speichern und in Trockenperioden an die Pflanzen in der Zollernstraße wieder zurückzuführen.

Unter den Stadträten machte sich bei der Musterung der Beläge die Sorge breit, dass die hellen Pflastersteine sich schnell abnutzen und beispielsweise von Kaugummis übersät werden könnten. Bauamtsleiter Michael Werner betonte mit Blick auf den Obertorplatz, dass nach dessen Sanierung dieselbe Sorge bestand, diese aber unbegründet blieb.

Los geht es mit den Bauarbeiten in der Zollernstraße in rund einem Monat. Dauern sollen sie bis zum Jahresende 2026. Die Kosten belaufen sich auf 5,8 Millionen Euro, von denen die Stadt Hechingen 2,3 Millionen Euro bezahlen muss.