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Zollernalbkreis Zecken: Zahl der FSME-Erkrankungen steigt

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Wenn man Pech hat, kann ein Zeckenbiss eine FSME-Erkrankung nach sich ziehen. Foto: Pleul

Zollernalbkreis - Zecken sind nicht nur lästig, sie können auch potenziell gefährliche Krankheiten übertragen. Als Gegenmaßnahme rät das Gesundheitsamt zur Impfung – besonders weil die Erkrankungszahlen dieses Jahr bisher ungewöhnlich hoch sind.

Vor lauter Corona vergisst man gerne, dass im Alltag auch noch andere Gefahren lauern können – etwa Zecken. Besonders in Baden-Württemberg und Bayern lauern die kleinen Spinnentiere im Unterholz, im hohen Gras oder an Waldrändern. Häufig sitzen sie beispielsweise auf Grashalmen. Beim Vorbeilaufen werden sie bei Kontakt abgestreift und halten sich fest; anders als häufig angenommen, können Zecken nicht von Bäumen fallen oder springen.

Anschließend krabbeln sie oft mehrere Stunden lang am Körper umher, bis sie eine passende Einstichstelle gefunden haben. Es lohnt sich also, nach einem Aufenthalt in der Natur den Körper abzusuchen – die Chance ist hoch, dass die Zecke noch nicht zugestochen hat.

Landratsamt weist auf eine potenziell hohe Dunkelziffer bei den Fällen hin

Der Stich des Tieres an sich ist für den Menschen harmlos. Problematisch wird es allerdings, wenn die Zecke das FSME-Virus oder Borreliose-Bakterien in sich trägt und über den Stich an ihr Opfer überträgt.

Wie oft kommt es zu einer Erkrankung mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)? Das Gesundheitsamt des Zollernalbkreises legt auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten folgende Zahlen vor: Im Jahr 2018 wurden 18 Erkrankungen gemeldet, 2019 waren es zehn. In diesem Jahr wurden bis zum 24. Juli bereits 18 Fälle gemeldet worden – also zum jetzigen Zeitpunkt bereits fast doppelte so viele wie im vergangenen Jahr insgesamt.

Das Landratsamt weist darauf hin, dass nach Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes lediglich Labornachweise von FSME meldepflichtig sind. Eine gesonderte Arztmeldepflicht von Personen, die an FSME erkrankt sind, bestehe nicht. Da erfahrungsgemäß nicht bei allen FSME-Erkrankten eine Labordiagnostik erfolge, sei davon auszugehen, dass die Zahl der Erkrankten die durch eine Blutuntersuchung gesicherten Fälle deutlich übersteigt, das heißt: Es ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen.

Das Gesundheitsamt rät daher zur einer Impfung. Diese bietet demnach den besten Schutz und wird besonders für Personengruppen empfohlen, die in Risikogebieten wohnen und sich viel in der Natur aufhalten. In Baden-Württemberg wird die Impfung gegen FSME ohne geografische Einschränkung angeraten.

Ansonsten kann man die Chance, gestochen zu werden, am ehesten verhindern, indem man beim Wandern oder Spazieren lange Kleidung und geschlossene Schuhe trägt. Strümpfe sollten über die Hosenbeine gezogen werden. Helle Kleidung sorgt außerdem dafür, dass Zecken leichter erkannt und entfernt werden können.

Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte man den Körper gründlich auf Zecken untersuchen

Trotz dieser Maßnahmen sollte im Anschluss an einen Aufenthalt in der Natur der Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden. Zecken bevorzugen warme und weiche Hautstellen, besonderes Augenmerk sollte daher auf die Kniekehlen, die Leisten, unter den Achseln, hinter den Ohren sowie am Kopf und Haaransatz gelegt werden.

Wenn eine Zecke am Körper entdeckt wird, sollte sie möglichst zeitnah entfernt werden, am besten mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange beziehungsweise -karte. Auf keinen Fall sollte man die Zecke mit Öl oder Klebstoff benetzen. Auch eine Drehbewegung sollte beim Herausziehen vermieden werden. Im Anschluss sollte die kleine Wunde an der Stichstelle sorgfältig desinfiziert werden. Die folgenden Tage sollte die entsprechende Stelle noch beobachtet werden.

FSME-Infektionen verlaufen oft ohne Krankheitserscheinungen. Bei etwa einem Drittel der Personen können grippeähnliche Symptome mit Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. In circa fünf bis zehn Prozent aller Infektionen kommt es nach einem symptomfreien Intervall zu Hirnhaut- und Gehirn-Entzündungen, die besonders bei älteren Menschen zu bleibenden Schäden führen können.

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