Entwicklung an kreiseigenen Schulen schlägt sich auch auf den Haushalt nieder. Minus von 295.000 Euro.
Zollernalbkreis - Der Rückgang der Schülerzahlen an den kreiseigenen Schulen hat negative Auswirkungen für den Kreishaushalt. Denn weniger Schüler bedeuten weniger Zuwendungen.
Im Schul-, Kultur- und Sozialausschuss zeigte Dezernent Karl Wolf anhand eines Schaubilds auf, dass nach dem Höhepunkt 2009 mit 6224 Schülern in diesem Jahr nur noch 5604 Schüler an kreiseigenen Schulen unterrichtet werden (wir berichteten). Er geht davon aus, dass es im Jahr 2020 nur noch rund 5000 sind.
"Dieser Rückgang hat nichts mit der Attraktivität der Schulen zu tun", hielt Wolf fest. Das Angebot sei "auf der Höhe der Zeit", wobei er auf die Möglichkeit verwies, dass am Wirtschaftsgymnasium Albstadt ein internationales Abitur abgelegt werden kann. Zudem strebe der Landkreis für das Schuljahr 2014/15 an, das Profil Finanzmanagement am Wirtschaftsgymnasium in Hechingen zu etablieren. Auch die Gebäude entsprächen nach den vorgenommenen und laufenden Sanierungen den Anforderungen.
Allein: Es fehlten die Jugendlichen. Mit der Abnahme der Schülerzhal seien finanzielle Einbußen verbunden. Im Vergleich mit dem vergangenen Schuljahr habe der Kreis fürs Schuljahr 2013/14 geringere Einnahmen aus Landeszuschüssen zu verkraften. "Wir rechnen mit einem Minus von 295 000 Euro."
Derzeit wird der Haushalt zudem durch die Bezahlung der Lernbegleiter belastet, die an Sonderschulen im Rahmen der Inklusion eingesetzt werden. "Die Kosten übernimmt derzeit der Kreis", sagte Landrat Günther-Martin Pauli. Doch es werde darauf gedrängt, dass sie vom Land übernommen werden. Rückgang der Pauschalen, Bezahlung der Lernbegleiter – das dürfe nicht zu Lasten des Kreises gehen, stellte Edmund Merkel (CDU) fest: "Wir pochen auf einen finanziellen Ausgleich."
Mit Blick in die Zukunft wies Pauli darauf hin, dass der Rückgang der Schüler an den Berufsschulen einen Fachkräftemangel mit sich bringe. Davon seien Unternehmen und Betriebe im Zollernalbkreis besonders betroffen.
Daher habe die Arbeitsagentur den Runden Tisch "Fachkräftebündnis für den Zollernalbkreis initiiert, an dem die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, kommunale Vertreter, Gewerkschaften, Unternehmen, Vertreter von Schulen und Hochschulen sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die Kreis-Hauptverwaltung und er selbst mitwirkten.
Darüber wies Pauli auf einen weiteren wichtigen Termin hin: Am Donnerstag, 16. Januar, ab 16 Uhr findet eine Bildungskonferenz zu den Themen "Chancengerechtigkeit und Regionale Schulentwicklung" in der Haigerlocher Witthau-Halle statt. Mit dabei: Kultusminister Andreas Stoch.