Mehr als ein Drittel der Geburten im Zollernalbkreis erfolgen laut DAK per Kaiserschnitt. Foto: dpa

DAK:  34,1 Prozent der Babys im Kreis werden per Kaiserschnitt geboren. Unterschiedliche Risikobewertung.

Albstadt - Im Kreis Zollernalbkreis kommen 34,1 Prozent der Babys per Kaiserschnitt zur Welt. Das hat die Krankenkasse DAK-Gesundheit ermittelt. Deutschlandweit schwankt die Rate der planbaren Geburten beträchtlich. "Verantwortlich hierfür ist vor allem die unterschiedliche Risikobewertung der Geburtshelfer in den einzelnen Regionen", so Gerhard Riede von der DAK-Gesundheit in Albstadt.

Im Durchschnitt kommt heute jedes dritte Baby in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. In manchen Regionen ist dies sogar bei fast jeder zweiten Geburt der Fall. Die Bertelsmannstiftung hat Zahlen des Statistischen Bundesamtes und Versichertendaten aus den Jahren 2007 bis 2010 ausgewertet und dabei im Bundesvergleich große Unterschiede ausgemacht. So schwankt die Rate von weniger als 20 Prozent in Teilen der neuen Bundesländer bis fast 50 Prozent in Gebieten von Rheinland-Pfalz, Bayern und Niedersachsen. In Dresden werden beispielsweise nur 17 Prozent der Babys per Kaiserschnitt entbunden, während es in Tirschenreuth in Bayern mit 46 Prozent fast dreimal so viele sind.

Im Zollernalbkreis erblickten 34,1 Prozent der Kinder nach einer "sectio caesarea" das Licht der Welt. Experten diskutieren, ob wirklich jede dieser Operationen medizinisch notwendig ist. Während der Schwangerschaft oder unter der Geburt können nach Angaben der Krankenkasse Situationen entstehen, in denen ein Kaiserschnitt unvermeidbar ist, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen. Aber in anderen Risikosituationen wäre auch eine natürliche Geburt möglich. Nach der Studie der Bertelsmannstiftung ist in diesen Fällen die individuelle Risikobewertung der Geburtshelfer ausschlaggebend. Die Ärzte hätten einen Ermessensspielraum, den sie offensichtlich ganz unterschiedlich nutzten. "Uns fehlen in Deutschland einheitliche Richtlinien, wann ein Kaiserschnitt notwendig ist und wann nicht", sagt Gerhard Riede, Chef der DAK-Gesundheit in Albstadt. Zudem ließen auch immer mehr Frauen einen Kaiserschnitt auf eigenen Wunsch vornehmen. Die Motive dafür seien unterschiedlich und reichten von Angst vor den Schmerzen über befürchtete Auswirkungen auf den Beckenboden. Für manche Frauen sei auch die Planbarkeit einer solchen Geburt sehr attraktiv.

Dabei sei ein Kaiserschnitt alles andere als ein harmloser Eingriff, betont Riede: "Die Operation hat die üblichen Risiken, wie Narkoseprobleme, Infektionen und Thrombosen." Darüber hinaus könne ein Kaiserschnitt aber auch lang anhaltende Wund- und Narbenschmerzen, Blutungen und Fruchtbarkeitsstörungen mit sich bringen. "Werdende Eltern sollten diese Aspekte berücksichtigen und sich vorab ausführlich informieren", rät Riede.

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