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Zollernalbkreis Klinikum will bereits jetzt Zentren bilden

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Das Zollernalb-Klinikum stockt auf: in Balingen wird es künftig auch eine pädiatrische Abteilung und eine Palliativstation geben. Foto: Schnurr

UPDATE: In der ersten Version dieses Textes war von einer Verlegung der Endoskopie von Balingen nach Albstadt die Rede. Diese Information basierte auf der Sitzungsvorlage des Kreistags. Die Endoskopie wird jedoch lediglich im Albstädter Zollernalbklinikum intern verlegt, berichtigte Geschäftsführer Gerhard Hinger am Dienstagmorgen.

Zollernalbkreis - Was für das Zentralklinikum geplant war, wird vorgezogen: Balingen bekommt eine pädiatrische Abteilung und eine Palliativstation, die Endoskopie wird intern in Albstadt verlegt. Über die baulichen Maßnahmen in Höhe von rund acht Millionen Euro entscheidet der Kreistag am Montag, 3. Februar, ab 18 Uhr in öffentlicher Sitzung im Landratsamt.

Das Klinikum setzt auf sogenannte Zentrenbildung: Strategisch vorausschauendes Handeln sei gefragt, wird argumentiert, denn nur in interdisziplinären Zentren sei es für "kleinere Häuser" überhaupt möglich, die Mengenziele zu erreichen. Daran seien auch Qualitätsvorgaben gekoppelt, die zunehmend erlösrelevant würden.

Einerseits sei die Zentrenbildung, die Einrichtung zusätzlicher Fachabteilungen, ein Standortfaktor, um qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen. Andererseits verschaffe dies auch einen Vorteil im Wettbewerb mit anderen Krankenhäusern. Denn Patienten seien mobil und bereit, weite Wege zur "Konkurrenz" in Kauf zu nehmen, sollte die Leistungsfähigkeit vor Ort nicht gegeben sein. Darauf soll jetzt zeitnah reagiert werden.

Behandlungszahlen steigen bei Kinder- und Jugendlichen

Eine 2019 in Auftrag gegebene Analyse am Standort Balingen hat gezeigt, dass eine Abteilung mit zwölf bis 18 Betten für Kinder- und Jugendmedizin schon jetzt im Balinger Krankenhaus realisiert werden könnte. Die Neueröffnung einer pädiatrischen Abteilung wäre gegen den bundesweiten Trend: Seit 1991 sei deutschlandweit jede fünfte Kinder- und Jugendabteilung geschlossen worden. Dabei seien die Behandlungszahlen im Zollernalbkreis "moderat ansteigend". Mehr noch: Bei der Geburt von Frühgeborenen muss laut neuer Richtlinie eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt zugegen sein, und es muss sich eine pädiatrische Abteilung am Klinikum befinden.

Laut Gutachten sollte die Neueröffnung der pädiatrischen Abteilung zusammen mit der Eröffnung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) erfolgen. Von einem "negativen Deckungsbeitrag" sei auszugehen, und "die Möglichkeit der Gewinnung des notwendigen Fachpersonals muss kritisch geprüft werden".

In einer immer älter werdenden Gesellschaft ist auch Palliativmedizin zunehmend gefragt. "Zu einer ganzheitlichen Patientenversorgung gehört auch die kompetente und engagierte medizinische Begleitung in der letzten Lebensphase", heißt es in den Sitzungsunterlagen.

Negative Auswirkungen fürs Darmzentrum?

Die Verlegung der Endoskopie in neue Räume am Standort Albstadt ist erforderlich, weil die Begehung des Funktionsbereichs Endoskopie ergeben hat, dass die Vorgaben nur noch eingeschränkt erfüllt werden, was negative Auswirkungen auf das zertifizierte Darmzentrum haben könnte. Zudem sei es als Vorbereitung einer Abteilung für Lungenmedizin zu sehen. Auch Letztere sei wichtig, weil Erkrankungen der Atemwege und der Lunge trotz therapeutischer Fortschritte "eine der wichtigsten Ursachen für Krankheit und Sterblichkeit in Deutschland bleiben werden".

Die Betten für die pädiatrische Abteilung sollen im ersten Obergeschoss, die Palliativabteilung im zweiten Obergeschoss des Balinger Krankenhauses untergebracht werden. Die Abteilungen für die erste und für die letzte Lebensetappe sollen laut Plan innerhalb von 22 Monaten fertig sein. Was den hausinternen Umzug die Endoskopie betrifft, soll es sogar schon etwas schneller gehen: Für Planung, Einrichtung und Umzug in den Bereich der ehemaligen gynäkologischen OP sind 21 Monate veranschlagt.

Für Vorbereitung, Planung und Vergabe ist im aktuellen Haushalt eine Million Euro eingestellt; Verpflichtungsermächtigungen von drei weiteren Millionen ermöglichen schon in diesem Jahr die Vergabe von Bauleistungen.

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