Weniger Krankschreibungen: Der Krankenstand ist im Zollernalbkreis im vergangenen Jahr gesunken. Foto: Büttner

Studie der DAK veröffentlicht. Arbeitnehmer fehlen am häufigsten wegen Muskel- und Skeletterkrankungen.

Zollernalbkreis - Der Krankenstand im Zollernalbkreis ist nach Angaben der Krankenkasse DAK Gesundheit im vergangenen Jahr gesunken. Die Ausfalltage wegen Krankheit nahmen um 0,3 Prozentpunkte ab, während sie in Baden-Württemberg insgesamt gleich blieben. Mit 3,3 Prozent hatte die Region allerdings weiterhin einen etwas höheren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (3,2 Prozent). Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1 000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 33 krankgeschrieben.

Die meisten Krankschreibungen erfolgten wegen Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenleiden. Hier gab es einen Anstieg von sieben Prozent. Auf dem zweiten Rang folgten Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis, die im Vergleich zu 2011 ebenfalls um sechs Prozent stiegen. Die Ausfalltage bei psychischen Erkrankungen gingen dagegen um 24 Prozent zurück, liegen allerdings noch über dem Landesdurchschnitt.

Einen Schwerpunkt setzt die Krankenkasse mit einer neuen Aufklärungskampagne über die Auswirkungen von Stress im Job: Eine aktuelle Langzeitanalyse für Baden-Württemberg zeigt, dass in den vergangenen zwölf Jahren die Fehltage bei psychischen Erkrankungen um 67 Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig gingen die Krankschreibungen durch Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen deutlich zurück.

Vor zehn Jahren spielte auch das "Burnout" bei Krankschreibungen kaum eine Rolle. So tritt bei Fehltagen zum Beispiel die Diagnose Depression mehr als acht Mal häufiger auf. 2012 haben die Ärzte in Baden-Württemberg bei jedem 700. Mann und jeder 450. Frau ein "Ausbrennen" auf der Krankschreibung vermerkt. Der Begriff sei aber durch viele Medienberichte positiver besetzt und sozial akzeptierter als eine Depression. Laut Studie der DAK-Gesundheit sind auch berufliche Telefonate außerhalb der Arbeitszeit sehr viel weniger verbreitet, als die öffentliche Debatte vermuten lasse. In Baden-Württemberg geben zum Beispiel 61 Prozent der Beschäftigten an, dass sie noch nie außerhalb der Arbeitszeit von Kollegen angerufen wurden. Fast 70 Prozent der Befragten bekommen nach Feierabend auch keine E-Mails.

Allerdings steigt mit dem Ausmaß an Erreichbarkeit auch das Risiko, an einer psychischen Störung zu erkranken. Jeder vierte Beschäftigte, der ständig erreichbar ist, leidet unter einer Depression. Obwohl psychische Erkrankungen meist zu sehr langen Ausfallzeiten führen, ist die Diagnose aus Sicht der Beschäftigten in vielen Firmen weiter eine Art Stigma.

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