Zeigen die neue Broschüre "Führerschein weg?" (von links): Verkehrsamtsleiter Adrian Schiefer, Verkehrspsychologe Reinhardt Mayer und Suchtbeauftragter Josef Huber. Foto: Ungureanu

Landratsamt bringt unter dem Titel "Führerschein weg?" Broschüre für MPU-Kandidaten heraus.

Zollernalbkreis - Eine bundesweite Befragung von 1631 MPU-Kandidaten zeigt: Information und Beratung sind bei Führerscheinverlust für den Rehabilitationserfolg wichtig. Das Landratsamt hat jetzt in dritter Auflage die Broschüre "Führerschein weg?" herausgebracht.

Fakt ist: Bei einem Blutalkoholgehalt über zwei Promille oder bei "Unbelehrbarkeit", also bei wiederholten Alkoholfahrten, muss eine Abstinenzzeit von mindestens einem Jahr nachgewiesen werden, bei 1,6 bis zwei Promille reicht unter Umständen eine Abstinenzzeit von einem halben Jahr. In beiden Fällen ist der "Lappen" erst mal weg.

Viele "Verkehrsauffällige" sind dann erst mal entmutigt. Der Mythos vom "Idiotentest", den man nie und nimmer bestehen kann, schreckt manch einen ab. Josef Huber will das "dumme Wort vom Idiotentest" gar nicht hören. Dem Suchtbeauftragten des Landkreises geht es um Aufklärung und Information. Und die bietet der neue Ratgeber umfassend an.

Dass man informieren und auch helfen wolle, bedeute nicht unbedingt, dass man Verständnis für die verkehrsauffälligen Kraftfahrer habe, die nach einer Trunkenheitsfahrt ihren Führerschein abgeben mussten, räumt Hubert ein. Sie seien "tickende Zeitbomben", die aber durch entsprechendes Verhalten, Schulungen und Kontrollen wieder zu normalen Verkehrsteilnehmern erzogen werden könnten.

Für Verkehrsamtsleiter Adrian Schiefer ist es wichtig, den Weg aufzuzeigen, der "nachhaltig von Alkohol und Drogen wegbringt". Nicht zuletzt informiere und berate auch die Führerscheinstelle in solchen Fällen.

Der Verkehrspsychologe Reinhardt Mayer, der in seiner Praxis Abklärungs- und Informationsgespräche anbietet, verweist darauf, dass die Erfolgsquote bei MPU-Kandidaten bei entsprechender Information und Beratung von 37 auf 81 Prozent erhöht werden konnte. "Was liegt an?", "Was ist zu tun?" seien Fragen, die zunächst beantwortet werden müssten.

Die TÜV-Begutachtungsstelle in der Balinger Karlsstraße biete zudem an jedem dritten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr kostenlose und anonyme Gruppenveranstaltungen unter dem Titel "MPU-Durchblick" an.

Weitere Informationen: Die Broschüre gibt es kostenlos in der Führerscheinstelle, beim TÜV, in Anwaltskanzleien und Arztpraxen im Kreis.