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Zollernalbkreis Gastronomen üben Kritik an neuer Corona-Verordnung

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In den Gaststätten müssen ab Montag die Tische leer bleiben – zum Verdruss der Gastwirte, die um ihre Existenz fürchten. Foto: Schuldt

Zollernalbkreis - Verständnis, Bedauern, aber auch harsche Kritik sind die Reaktionen im Zollernalbkreis auf die jüngsten Verschärfungen der Corona-Regeln durch die Bundesregierung.

"Eine absolute Fehlentscheidung" nennt Markus Holweger, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), die neuen Regeln: Der Wirt des Cafés Catrina in Dürrwangen versteht nicht, warum die Gastwirte bestraft würden, die Hygienekonzepte eingeführt haben und sich an Regeln halten, aber Fußballspiele stattfinden könnten: "Ich muss eine Beerdigung mit 20 Gästen absagen."

"Der Kleine wird bestraft, die Großen nicht."

Das ganze komme "ein halbes Jahr zu spät", empört sich Holweger. Er befürchtet, dass von den rund 160 Mitgliedsbetrieben des Dehoga im Zollernalbkreis einige endgültig schließen müssen. Auch die angekündigte finanzielle Hilfe für die Gastronomie ändere nichts an deren Notlage. Hart ins Gericht geht Holweger mit den Politikern in Berlin: "Das ist kurz vor der Diktatur." Sein bitteres Resümee: "Der Kleine wird bestraft, die Großen nicht."

Auch die Inhaber der Kultur- und Theatergaststätte Rössle in Hörschwag, die Sängerin Angelika Bastians und ihren Mann Ulrich Schwarz, trifft der erneute Lockdown hart. Das Novemberprogramm stand schon lange fest, die Veranstaltungen im kleinen Ort auf der Oberen Alb sind immer ausverkauft. "Es ist sehr traurig, dass wir noch einmal drei wundervolle Konzerte, ein HerbstGoldTreffen, den Diskussionsabend GreenTable und den Irland-Vortrag für November absagen müssen", bedauert sie gegenüber unserer Zeitung. Aber: "Wir hoffen, dass wir wenigstens unsere schönen Weihnachtskonzerte am 14. und 15. Dezember, wie immer unter dem Titel ›Bittersüße Honigmandeln‹ veranstalten können."

Zollernalbkreis: 7-Tage-Inzidenz liegt bei über 50

Auch der Amateursportbetrieb wird im November nahezu auf Null runtergefahren. Fitnessstudios und andere Freizeitsporteinrichtungen werden geschlossen, und auch das Sporttreiben im Verein ist untersagt. Laut Hendrik Rohm, Vorsitzender des Sportkreis Zollernalb, war dieser Punkt in der Coronaverordnung absehbar. Er selbst befürwortet das Verbot: "So schwer das für die Vereine auch sein wird." Man müsse die Situation abschätzen und verantwortungsvoll handeln. "Das Risiko kann ja keiner tragen", meint der Sportkreisvorsitzende.

Lockdown im Amateursport wirksamstes Mittel

Daher gebe es viele Gruppen im Sportkreis, die nach der ersten Zwangspause seit März ihren Trainingsbetrieb nicht mehr aufgenommen haben, etwa Herzsportgruppen oder Seniorengymnastik. Über den Sommer war der Sportbetrieb in den Vereinen eingeschränkt möglich. "Die Vorstände haben große Anstrengungen auf sich genommen, um Konzepte zu erarbeiten", lobt Rohm.

Dennoch sieht er den Lockdown im Amateursport derzeit als wirksamstes Mittel zur Pandemieeindämmung. Die Auswirkungen des Trainingsverbots seien allerdings noch nicht abschätzbar; derzeit fänden auch keine Wettkämpfe statt. Den Vereinssportlern im Zollernalbkreis rät Rohm dazu, sich möglichst selbst mit Einzelsport fit zu halten.

Museen nur in Baden-Württemberg geschlossen?

Beim Hohenzollerischen Landesmuseum in Hechingen wäre die Sonderaustellung "Es war einmal... Die Märchenwelt der Brüder Grimm" bis 11. November verlängert worden, jetzt ist am 1. November Schluss. "Mit dieser Ausstellung sind wir für Corona-Zeiten sehr zufrieden, wir hatten bis 800, 900 Besucher, die sich alle vorbildlich verhalten haben", erklärt Museumsleiter David Hendel. Die Veranstaltung "Nachts im Museum" war für 13. November geplant und entfällt nun: "Wir schauen, ob wir sie im Dezember oder Januar durchführen können." Zahlen zur November-Besucherfrequenz hat er nicht, "aber wenn man wenig draußen unternehmen kann, ist ein Museumsbesuch in der kalten Jahreszeit beliebt. Aber es kommt immer darauf an, was wir ausstellen." Die nächste Sonderausstellung soll es nun im Frühjahr geben.

Etwas verwundert ist Hendel, dass nur Baden-Württemberg Museen explizit in seine Verordnung aufgenommen hat, während bei der bundesweiten Regelung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Theater, Oper und Kino die Rede ist.

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