Hat auf Twitter einen Shitstorm ausgelöst: Thomas Bareiß, hier während einer Diskussion im Gebäude von Schwäbisch Media. Foto: dpa

CDU-Politiker teilt auf Twitter aus. Erstwähler sollen "erst mal eigenens Geld" verdienen. Shitstorm im Netz.

Zollernalbkreis - Wie schlechte Verlierer aussehen? Ein bisschen so wie CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Oder Parteifreund Thomas Bareiß. Erstere forderte verschnupft Regeln für "Meinungsmache" im Wahlkampf ein, nachdem eine Gruppe Youtuber vor der Europawahl den Aufstand gegen CDU und SPD geprobt hatte. Letzterer teilte nun auf Twitter gegen die Erstwähler aus. Tenor: Verdienen die Jungspunde erst mal ihr eigenes Geld, werden sie schon lernen, wo sie ihr Kreuz zu machen haben - bei der CDU.

Wörtlich heißt es in dem Tweet des Staatssekretärs: "Wenn die #Erstwähler mal ihr eigenes Geld verdienen und selber spüren wer das alles bezahlen muss sieht die #Wahl vielleicht auch wieder anders aus. Ich bin sicher, dass schlussendlich die #Vernunft siegt. Also mal abwarten...." Auslöser war ein verbaler Schlagabtausch mit dem "Die Linke"-Bundestagsabgeordneten Niema Movassat zum Thema CO2-Steuer. Movassat attestierte dem CDU-Mann daraufhin "Arroganz und Abgehobenheit".

Und auch bei vielen anderen Twitter-Nutzern löste Bareiß' Äußerung einen Sturm der Empörung aus. "Ich habe mit 18 mein erstes Unternehmen aufgebaut, bis heute fünf weitere und Millionen Umsätze gemacht. Ich habe als Erstwähler vermutlich mehr verdient, als du heute OBWOHL ICH NOCH DEIN GEHALT FINANZIEREN MUSSTE! Also mal ganz ruhig! Deine Füße stehen unter meinem Tisch!", hält ein Nutzer dagegen. Ein anderer twittert: "Ich folge jetzt @Thomas_Bareiss. Denn ich möchte den Niedergang der #CDU hautnah miterleben." Andere Nutzer versehen ihre Protest-Tweets mit dem Hasthag "#NieWiederCDU".

Beißende Kritik kommt auch von der ZDF "Heute-Show". Die Redaktion des TV-Formats lässt Bareiß wissen: "Wenn die #Erstwähler mal über den fruchtlosen Boden wandern, den Ihre Generation hinterlassen hat, und sich schon freuen, wenn sie Insekten wenigstens noch auf ihrer Windschutzscheibe sehen, sieht die #Wahl vielleicht noch mal anders aus. Das wäre #Vernunft."

Und was meinen die vom Staatssekretär abgewatschten Erstwähler? Einer zumindest sieht es mit Humor und twittert: "Da bekommt Herr @Thomas_Bareiss schonmal eine erste kleine "Umweltkatastrophe" zu spüren, einen Shitstorm. Ich als Erstwähler verdiene schon mein Geld und bezahle lieber für die Energiewende, statt ihn für Diffamierung! Solange deine Füße unter MEINEM TISCH stehen, Thomas...!

Bareiß selbst äußert sich auf Facebook zur Debatte. Wer eine Entschuldigung an die Adresse der Erstwähler erwartet hat, wird allerdings enttäuscht. Der Staatssekretär bleibt sich treu: Er sehe es als seine Aufgabe an, einen zu Standpunkt zu haben "und den dann auch offen und gradlinig" zu vertreten, heißt es in seinem Post.