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Zollernalbkreis Eltern von Autismus-Kindern schließen sich zusammen

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Autisten können trainieren, besser mit anderen Menschen umzugehen. (Symbolfoto) Foto: Gollnow

Zollernalbkreis - Das bekannteste Beispiel eines Menschen mit Asperger-Autismus ist derzeit wohl die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Menschen mit Autismus gibt es aber auch im Zollernalbkreis. Eine Selbsthilfegruppe kümmert sich um sie und ihre Angehörigen.

Nach Ansicht der Hossingerin Elisabeth Eichler, Sprecherin der Gruppe Autismus Zollernalb, ist der Zollernalbkreis in dieser Hinsicht ein "weißer Fleck". Es gebe in der Region zu wenige Betreuungseinrichtungen, diese seien voll und litten unter Personalnöten. Die Angehörigen seien mit ihren Problemen oft allein gelassen.

Auffälligkeiten beginnen schon im Kleinkindalter

Meist beginnen die Auffälligkeiten schon im Kleinkindalter. Bis es endlich, oft erst bei Jugendlichen, zur Diagnose kommt, haben Eltern und Betroffene oft einen langen Leidensweg hinter sich. Nach heutigen Erkenntnissen handelt es sich nicht um eine Krankheit, die therapierbar ist, sondern um eine andere Struktur oder "Verschaltung" im Gehirn. So nehmen Menschen mit Autismus oder Asperger-Syndrom optische und akustische Eindrücke anders wahr. Sie können das Verhalten anderer, deren Mimik und Gestik, nicht richtig einschätzen – die Folge sind Missverständnisse, Konflikte oder ein Zusammenbruch (Meltdown). Experten schätzen, dass bis zu zwei Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind.

Häufig gibt es Probleme im Alltag: Kinder und Jugendliche mit Autismus haben Schwierigkeiten in größeren Gruppen. Kompensierendes Verhalten von Autisten wird unwissentlich mitunter als Unerzogenheit interpretiert. Was oft folgt, sind Ausgrenzung und soziale Isolation.

Eine große Hilfe sei ihr der Behindertenbeauftragte des Zollernalbkreises, der Rosenfelder Bürgermeister Thomas Miller, gewesen, sagt Eichler.

Dunkelziffer möglicherweise höher

Auch gibt es beim Staatlichen Schulamt Albstadt Beauftragte zum Thema Autismus. Amtsleiter Gernot Schultheiß gibt an, dass an den Schulen des Zollernalbkreises 89 Kinder und Jugendliche mit Autismus bekannt seien. Die Dunkelziffer liegt möglicherweise weitaus höher. Um im Alltag an Schulen zurecht zu kommen, werden autistische Kinder von Schulbegleitern unterstützt. Wenn nötig, wird ein entsprechender Nachteilsausgleich gewährt. Beispielsweise könnten Klausuren in einem ruhigen Raum und nicht im Klassenzimmer geschrieben werden.

Angehörige von autistischen Menschen wenden sich auch an den Landesverband Autismus. Von dort kam die Anregung, im Zollernalbkreis eine entsprechende Gruppe zu gründen. Vor einigen Jahren begannen Elisabeth Eichler und Diana Wolf, die in Hechingen wohnt, als Mütter von Söhnen mit frühkindlichem Autismus Gruppentreffen zu organisieren, zunächst in Gaststätten, jetzt im Haus Bittenhalde in Tieringen. Dort tauschen sie sich mit anderen Eltern aus. Eine Website ist erstellt, eine Broschüre gedruckt, und die Gründung eines Vereins ist in Planung. Immer wieder stoßen die Gruppensprecherinnen auf Unkenntnis, was Autismus eigentlich ist, oder auf Klischees wie im Film "Rain Man" und diversen TV-Produktionen.

Was sich Elisabeth Eichler wünscht: mehr Unterstützung und ein Förderschwerpunkt Autismus wie in Stuttgart-Wangen oder Konstanz.

Weitere Informationen:

www.autismus-zollernalb.de

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