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Zollernalbkreis Coronavirus: Verdacht in Balingen ist negativ

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Während der Pressekonferenz des Zollernalb-Klinikums war der Ansteckungsverdacht weder bestätigt noch entkräftet. Foto: Hauser

Zollernalbkreis - Der Verdachtsfall, dass sich eine Patientin des Balinger Zollern­albklinikums mit dem Corona-Virus angesteckt hat, hat sich nicht bestätigt. Bei einer Pressekonferenz teilte die Geschäftsführung mit, wie sich die Klinik für den Ernstfall wappnet und wie jeder einzelne mithelfen kann, dass eine Verbreitung verhindert wird.

Geschäftsführer Gerhard Hinger und Chefarzt Otto Tschritter berichteten am frühen Donnerstagnachmittag noch, dass das Untersuchungsergebnis, ob eine Corona-Virus-Infektion vorliegt, noch nicht eingegangen sei. Das entsprechende Institut habe viele Abstriche zu untersuchen. Doch am Abend die Entwarnung: Das Ergebnis ist negativ.

Hinger und Tschritter schilderten, dass am Mittwoch eine Patientin, die keiner spezifischen Risikogruppe angehöre, in die Balinger Klinik mit Beschwerden gekommen sei, die auf eine Infektion schließen ließen. Sie war vor rund einer Woche aus einer Region Italiens zurückgekommen, wo vermehrt Corona-Virus-Infektionen aufgetreten waren. Ihr Zustand sei stabil; sie werde in einem isolierten Einzelzimmer behandelt. Es seien auch Kontaktpersonen ermittelt und entsprechend beraten worden.

Hygienekampagne an Klinik

Eine weitere Frau habe ebenfalls am Mittwoch über infektiöse Beschwerden geklagt; sie sei auch in Italien gewesen, sagte Otto Tschritter. Und ein junger Mann habe sich gemeldet, der am Wochenende in dem Kino in Neu-Ulm war, das auch ein Mann besucht hatte, bei dem das Virus diagnostiziert worden sei. Beide Patienten würden inzwischen aber ambulant behandelt.

"Wir nehmen die Verdachtsfälle ernst", hielt Gerhard Hinger fest. Doch er stellte auch klar, dass jeder einzelne etwas gegen eine Ausbreitung tun könne. Daher habe die Klinik eine Hygienekampagne gestartet, bei der Wert unter anderem auf die Handhygiene gelegt werde. "Abstand halten" und "Husten-Etikette" seien weitere Stichworte.

Liveblog: Coronavirus in der Region

Otto Tschritter ergänzte, dass auch schon durch eine Befragung und somit ohne spezifischen Test der Verdacht einer Corona-Virus-Ansteckung ausgeräumt werden könne. "Das ist keine spezielle Krankenhausleistung. Auch das Gesundheitsamt und niedergelassene Ärzte können diese Aufgabe übernehmen", hielt der Chefarzt fest.

Hinger wies zwar darauf hin, dass zunächst Patienten, sollte es notwendig sein, in Balingen behandelt würden. Doch er betonte, dass beide Standorte des Zollernalbklinikums die gleichen Standards hätten und für den Ernstfall gut gerüstet seien. Und Tschritter versicherte: "Wie andere Krankenhäuser sind wir auf eine Pandemie, sollte sie auftreten, vorbereitet."

Leere Regale

Wer in diesen Tagen Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel kaufen möchte, steht auch im Zollernalbkreis vor leeren Regalen. Im Toom-Baumarkt in Ebingen brach der Run auf die Atemschutzmasken, die laut Verkäuferin normalerweise wenig nachgefragt werden, zu Wochenbeginn aus, als mehrere Corona-Fälle in Italien bestätigt wurden. Mittlerweile seien sie restlos ausverkauft, täglich riefen Kunden an und fragten nach, ob es noch Bestände gibt. Auch die Firma Otto Bitzer, die Berufsbekleidung verkauft, muss passen - bei ihr ist allerdings schon etwas länger Ebbe im Regal: Schon vor Wochen kaufte ein Kunde 1000 Masken auf einmal, die eine andere Firma bei ihm geordert hatte - für die Mitarbeiter ihrer Niederlassung in China.

Ähnlich sieht es in den Drogeriemärkten in der Region aus. Beim dm-Markt in Ebingen legt am Donnerstagmorgen eine Frau fünf Wunddesinfektionsmittel aufs Kassenband - jenes für die Hände ist bereits seit Mittwochabend ausverkauft. Als bekannt wurde, dass in Tübingen Menschen mit Corona behandelt werden, sei ein regelrechter Run darauf ausgebrochen. "So viel Desinfektionsmittel wie am Mittwochabend habe ich in meiner ganzen Berufslaufbahn noch nie verkauft", erzählt die Kassiererin. In der Müller-Filiale in der Ebinger Innenstadt bietet sich dasselbe Bild: Sowohl Atemschutzmasken als auch Desinfektionsmittel sind ausverkauft. Hinzu kämen laut einer Ladenmitarbeiterin zahlreiche Anfragen von Kunden. Ob in den kommenden Tagen welche nachgeliefert werden, sei fraglich.

Flaute in Apotheken

Auch in den Balinger Apotheken herrscht in Sachen Schutzmasken und Desinfektionsmitteln Flaute. Heidrun König von der Hirschberg-Apotheke in Heselwangen berichtet, dass Mundschutzmasken bundesweit zurzeit nicht erhältlich sind. Bei ihr waren sie innerhalb kürzester Zeit ausverkauft - ebenso wie Desinfekionsmittel. Was sie noch im Angebot hat, ist desinfizierende Flüssigseife.

Johannes Merkle, Inhaber der Eyach-Apotheke, muss bezüglich Masken und Virensprays ebenfalls passen. Doch seine Kunden nähmen dies weitgehendst gelassen, berichtet er. Sein Tipp: "Händewaschen ist das Wichtigste."

Vereinzelt gebe es Nachfragen zum Coronavirus, erklärt Bernd Stekeler, Allgemeinmediziner aus Hechingen. Darunter auch witzige: Ob sich jemand anstecken könnte, weil er einen Fernseher aus China gekauft habe. Stekeler selbst hat eine italienische Patientin auf das Virus getestet, das Ergebnis war negativ. Ansonsten malt der Arzt ein düsteres Szenario: "Ich bin überzeugt, dass die Seuche über uns hereinbrechen wird. Die Zahl der Infizierten wird explodieren." Das Thema werde von der Politik kleingeredet, der Staat sei überhaupt nicht dagegen gewappnet. "Ich bin Realist und Pessimist, aber wir kämpfen da gegen Windmühlen."

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