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Zollernalbkreis Bereitschaftsärzte fahren nicht mehr selbst

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In der integrierten Leitstelle im Balinger DRK-Gebäude laufen ab heute alle Leitungen des ärztlichen Bereitschaftsdiensts im Zollernalbkreis zusammen. Foto: Schnurr

Zollernalbkreis - Eine geringere Belastung für die niedergelassenen Ärzte im Kreis und dadurch eine höhere Attraktivität des Berufs im ländlichen Raum sind zentrale Ziele der Neuordnung des Bereitschaftsdiensts im Kreis.

Ab heute laufen in der Leitstelle im Balinger DRK-Gebäude alle Leitungen des ärztlichen Bereitschaftsdiensts zusammen: Ruft ein Patient abends oder am Wochenende an, wird er direkt vom Disponenten beraten, an eine der beiden an den Kliniken in Balingen und Albstadt neu eingerichteten Notfallpraxen verwiesen oder mit dem diensthabenden Bereitschaftsarzt verbunden.

Künftig werden im Kreis zwei Ärzte Bereitschaft haben und einen jeweils größeren Bereich betreuen. Durch den Kreis verläuft die Linie der Zuständigkeit grob von Nordost (Jungingen) nach Südwest (Obernheim).

Größere Bezirke bedeuten laut Kai Sonntag von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) zwar längere Wege und an den Diensttagen mehr Arbeit. Doch diese Zusatzbelastung werde dadurch aufgefangen, dass die Bereitschaftsärzte künftig nicht mehr selbst zu Hausbesuchen fahren müssten.

Im Kreis übernimmt das Rote Kreuz ab dem 9. April den Fahrservice. Entscheidet der Arzt nach dem Telefonat, dass ein Hausbesuch notwendig wird – weil der Patient beispielsweise nicht mobil ist –, kann er aus Balingen oder Albstadt ein Fahrzeug anfordern, das ihn abholt und zum Einsatzort bringt. Bei den Fahrern handelt es sich um DRK-Mitarbeiter, die mindestens eine Sanitätsausbildung haben, teilweise sogar Rettungsassistenten sind.

"Das ist eine Riesenerleichterung", findet der Sprecher der KVBW, und Ärztinnen gebe die Begleitung ein Sicherheitsgefühl, wenn es in fremde Wohnung gehe. Ulrich Mohr, Vorsitzender der Kreisärzteschaft, die mit knapper Mehrheit für die Neuordnung gestimmt hat, sieht das ähnlich. Es sei qualifizierte Hilfe dabei, wenn ein Notfall doch schwerwiegender sei als gedacht, und die zweite Person könne die Dokumentation übernehmen – eine Entlastung des Arzts.

Außerdem fallen durch die Neuorganisation weniger Dienste an: Sechs bis zehn sollen es im Jahr sein, statt bisher bis zu 45. Das könnte den Anreiz für junge Ärzte erhöhen, sich im ländlichen Raum niederzulassen, hoffen Landrat Günther-Martin Pauli und der DRK-Kreisvorsitzende Helmut Reitemann übereinstimmend.

Für die Patienten ändert sich trotz der Umstrukturierung im Grunde nichts: Sie erreichen die Bereitschäftsärzte auch weiterhin unter den bekannten Notfallnummern.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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