Eine Flüchtlingsfamilie wartet vor einer Sammelunterkunft: Die künftige dezentrale Unterbringung der Asylbewerber war gestern Abend einmal mehr Thema im Verwaltungsausschuss des Kreistags. Foto: Pleul

Zustrom steigt im Vergleich zum Vorjahr. Serben und Mazedonier stellten größten Anteil. Kreis will mehr Geld.

Zollernalbkreis - Hass zwischen Volksgruppen und Bürgerkriege vertreiben immer mehr Menschen aus ihrer Heimat. Als Folge steigt die Zahl Asylsuchender auch im Zollernalbkreis.

Was dies für den Landkreis bedeutet und wie darauf reagiert wird, darüber berichtete gestern Frank Maier, als Leiter des Rechts- und Ordnungsamts für Asylfragen zuständig, im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags. Das Gremium tagte am Montag in Hechingen.

Der Flüchtlingszustrom werde auch 2014 anhalten, prognostizierte Maier, derzeit werde von 370 neuen Flüchtlingen ausgegangen, die im laufenden Jahr im Zollernalbkreis untergebracht werden müssten.

Flüchtlinge werden auf Gemeinden aufgeteilt

Verschärft wird die Unterbringungssituation dadurch, dass bislang 4,5 Quadratmeter Wohnraum pro Person vorgeschrieben sind, bis spätestens 2016 müssen jedem Flüchtling mindestens sieben Quadratmeter zur Verfügung stehen. Im Zollernalbkreis wird dieser Wert jetzt bereits angestrebt.

Um diesen Zahlen Herr zu werden, geht der Landkreis davon ab, alle Flüchtlinge zentral in Hechingen im so genannten Aviona-Heim unterzubringen. Stattdessen werden die Menschen nun auf die Gemeinden aufgeteilt, wo für sie Wohnungen angemietet werden.

Für Diskussion im Kreistagsausschuss sorgte dann die Frage, ob der aktuelle Zuschuss des Landes pro Flüchtling ausreicht, die gestiegenen Anforderungen an die Unterbringung zu finanzieren. Landrat Günther-Martin Pauli zitierte in diesem Zusammenhang Joachim Walter, den Chef der Vertretung der Kreise im Land, der zusätzlich 1000 Euro pro Asylbewerber vom Land einfordert, um die Mehrausgaben decken zu können. Bislang erhält der Kreis einmalig einen Betrag von 12.566 Euro.

Unabhängig von der jeweiligen Landesregierung sei es natürlich nicht einfach, solche finanziellen Forderungen bei einer Landesregierung durchzusetzen, ergänzte Pauli. Das Land habe aber versprochen, die Verfahrensdauer zu verkürzen, so dass auf diese Weise wieder Geld gespart werden könnte.

Gefragt wurde auch nach den Lebensumständen der Flüchtlinge im Zollernalbkreis. Flüchtlinge vom Balkan kämen überwiegend als Familien, antwortete Maier, und man versuche gemeinsam mit Trägern wie der Caritas, dass die Kinder in Kindergärten und Schulen schnell integriert würden. "Die lernen die Sprache sowieso schneller als die Eltern und können dann Vermittlerrollen übernehmen", erklärte er.

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